pfefferberg

Über uns

Die Stiftung Pfefferwerk wurde 1999 gegründet und im Mai 2000 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts durch die Senatsverwaltung für Justiz des Landes Berlin staatlich anerkannt.

Stiftungsvermögen ist die Immobilie Pfefferberg, die Pachteinnahmen aus der ehemaligen Brauerei im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg bilden die wesentliche finanzielle Basis der Arbeit. Darüber hinaus werden Drittmittel und Spenden eingeworben (dabei gibt es keine Zuwender, die mehr als zehn Prozent der Einnahmen zur Verfügung stellen).

Auf dieser Grundlage können eigene Vorhaben durchgeführt sowie in wachsendem Maße Initiativen und Projekte anderer gemeinnütziger Träger unterstützt werden, die im Rahmen der Förderbereiche der Stiftung tätig sind. Weitere Voraussetzung für eine Zuwendung ist, dass diese Projekte neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen oder am Arbeitsmarkt Benachteiligten den Einstieg ins Erwerbsleben erleichtern.

Die Stiftung Pfefferwerk hat sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen. Über uns enthält deshalb auch alle diesbezüglich geforderten Informationen.

Die Stiftung Pfefferwerk ist alleinige Gesellschafterin der
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH. Sie ist Mitglied im Deutschen PARITÄTischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., im Bundesverband Deutscher Stiftungen sowie von REVES, dem Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie mit Sitz in Brüssel.

Die Gemeinnützigkeit der Stiftung Pfefferwerk wurde vom Finanzamt für Körperschaften I Berlin zuletzt mit Schreiben vom 23. Mai 2016 für das Geschäftsjahr 2014 bestätigt.

Stiftungszwecke

Gemäß ihrer Verfassung verfolgt die Stiftung Pfefferwerk folgende sechs Stiftungszwecke:

  • Umweltschutz
  • Denkmalschutz
  • berufliche Bildung und Volksbildung
  • generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke)
  • Kultur
  • Völkerverständigung.

 

Förderkreis

Seit der Gründung der Stiftung Pfefferwerk bringt sie ihre Ressourcen dafür ein, Vielfalt zu befördern und den sozialen Zusammenhalt im Gemeinwesen zu stärken. Neben den Erbpachtzinsen und Zuwendungen fließen Spenden in die fördernde und operative Arbeit.

Eine neue, zentrale Säule für die Weiterentwicklung der Stiftungsarbeit ist der Förderkreis, dem sich Privatpersonen, Firmen und Institutionen anschließen können.

Die regelmäßigen Spenden bewirken:

die Ausweitung der Fördertätigkeit in Berlin und

den Ausbau des (sozio)kulturellen Engagements der Stiftung Pfefferwerk auf dem Pfefferberg

 

Die Mitglieder im Förderkreis

erhalten regelmäßig Informationen über die aktuellen Aktivitäten der Stiftung Pfefferwerk,

werden zu den Veranstaltungen eingeladen, die die Stiftung Pfefferwerk durchführt,

können auf Wunsch geförderte Projekte und die Akteure vor Ort persönlich kennenlernen,

können sich an der Vergabe eines Preises beteiligen, den der Förderkreis jährlich verleiht.

Wenn auch Sie die Stiftungsarbeit regelmäßig unterstützen möchten, senden Sie uns bitte eine Mail oder füllen einfach den Flyer aus.

Herzlichen Dank

Organe

Gemäß Verfassung der Stiftung Pfefferwerk führt ein aus zwei Mitgliedern bestehender Vorstand, beide im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses, die Geschäfte der Stiftung.

Dem Stiftungsvorstand gehören an:

  • Margitta Haertel, Vorsitzende des Stiftungsvorstands
  • Karin Scheurich, stellv. Vorsitzende des Stiftungsvorstands

Der ehrenamtlich tätige Stiftungsrat bildet das Aufsichtsgremium und beschließt Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung. 

Dem Stiftungsrat gehören an:

  • Claudia Nier, Architektin, Vorsitzende des Stiftungsrates
  • Reinhard Kraetzer, Bürgermeister a.D., z.Zt. Abteilungsleiter in einem Dienstleistungsunternehmen, stellvertretender Vorsitzender
  • Christine Keil, Bezirksstadträtin Pankow a.D.
  • Norbert Ellermann, Rechtsanwalt und Steuerberater
  • Rayk Barthels, Kaufmann.
Verfassung

Die Verfassung als Download.

Stiftung Pfefferwerk in Zahlen
Stiftung Pfefferwerk Berlin    
       

A. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2015

 
           
          Geschäftsjahr
        Euro Euro
           
1. Umsatzerlöse (Einnahmen aus Erbpacht)   298.969,14
           
2. Sonstige betriebliche Erträge    
  a)   Erträge aus der Auflösung von Sonderposten 46,00  
  b)   sonstige Erträge im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 8.417,27  
  c)   Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 14,34  
  d)   Zuwendungen 7.000,00  
  e)   Spendeneingänge 5.087,20  
  f)   Sonstige Erträge 95,13 20.659,94
           
3. Materialaufwand    
      Aufwendungen für bezogene Leistungen   0,00
           
4. Personalaufwand    
  a)   Löhne und Gehälter 71.273,75  
  b)   Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 16.433,62 87.707,37
5. Abschreibungen    
  a)   auf immatrielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen  94,00  
  b)   auf Forderungen aus Erbpacht 0,00 94,00
           
6. Satzungsgemäße Förderungen    
      Aufwand für Förderungen   207.480,00
           
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   37.912,04
      Projektaufwendungen ohne PK 12.360,61  
           
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   96.649,72
           
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   3,69
           
10. Steuern  vom Einkommen und Ertrag   -199,41
           
11. Jahresüberschuss   83.281,11
           
           

B. Personal- / Beschäftigungsstruktur

Im Jahr 2015 waren die beiden Vorstandsmitglieder mit insgesamt 0,95 VZ fest bei der Stiftung Pfefferwerk angestellt (davon ein Minijob),

Zusätzlich waren eine Mitarbeiterin mit einer Teilzeitstelle (zunächst 55 %, ab 1.11. 65%) sowie projektebezogen ebenfalls ab 1.11.2015 eine weitere Mitarbeiterin auf Minijobbasis beschäftigt.

Diese Beschäftigungsverhältnisse bestehen bis zum 31.3.2017 bzw. 30.4.2018.

Darüber hinaus werden bei Bedarf gelegentlich in geringem Umfang Honoraraufträge vergeben.

Weitere Beschäftigungsverhältnisse bestehen nicht.

C. Bilanz 2015

Bilanz zum 31.12.2015.pdf

Flyer

Unser aktueller Flyer.

Jahresbericht 2016

Bericht über die Tätigkeit der Stiftung Pfefferwerk im Jahr 2016

Vorbemerkungen

Gemäß Verfassung verwirklicht die Stiftung Pfefferwerk ihre Stiftungszwecke fördernd und operativ. Auf Beschluss der Stiftungsorgane bildeten die beiden Stiftungszwecke berufliche Bildung und Volksbildung sowie generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit im Berichtszeitraum die Schwerpunkte der Tätigkeit. Diese erfolgte auf der Grundlage der im Jahr 2000 genehmigten Verfassung und nachfolgender Änderungen mit Stand von November 2010 sowie den gültigen Geschäftsordnungen von Stiftungsrat und Vorstand ebenfalls aus dem Jahr 2000.

Die sechs Stiftungszwecke wurden vorrangig durch projektbezogene Zuwendungen an gemeinnützige Träger in Berlin erfüllt. Auf der Basis der Grundsätze der Förderung und der Förderrichtlinien in der jeweils am 26. September 2011 verabschiedeten Fassung bewilligte die Stiftung Pfefferwerk im Jahr 2016 aus eigenen Mitteln über 220.000 Euro für 62 Projekte, realisiert in mindestens zehn Berliner Bezirken, und neun bedürftige Einzelpersonen bzw. ihre Familien Förderungen und Zuschüsse. Des Weiteren wurden 7.183,34 Euro aus dem Programm „KinderZukunft“ der Stiftung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. für den Bezirk Pankow gemäß Vorgaben des Zuwendungsgebers zur Unterstützung von 113 Kindern an bedürftige Familien weitergereicht.

Darüber hinaus wendete die Stiftung Pfefferwerk Personal- und Sachkosten für operative Aktivitäten auf. Hierbei war ein Fokus auf den Standort Pfefferberg gerichtet, verknüpft mit der Intention, soziokulturelle Angebote auf dem Gelände auszuweiten. Dafür setzte die Stiftung Pfefferwerk teilweise extern eingeworbene Mittel ein. Dieser Zielstellung folgte auch die befristete personelle Aufstockung in der Geschäftsstelle. Zudem floss ehrenamtliches Engagement in die Erfüllung der Stiftungsziele.

 

Administration

1. Organe der Stiftung

1.1.Stiftungsrat

Der Stiftungsrat war ehrenamtlich tätig. Die Mitglieder kamen im Berichtszeitraum zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen und erhielten dafür erstmals eine Aufwandsentschädigung. Bei Bedarf fanden weitere Gespräche einzelner Mitglieder des Rates, insbesondere der Vorsitzenden des Stiftungsrates, mit Vorstandsmitgliedern statt. Dem Stiftungsrat gehörten im Jahr 2016 folgende Mitglieder an:

  • Claudia Nier (Architektin), Vorsitzende des Stiftungsrates;
  • Reinhard Kraetzer (Abteilungsleiter, Bezirksbürgermeister a.D.), stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates;
  • Christine Keil (bis 10/2016 Bezirksstadträtin);
  • RA Norbert Ellermann (Steuerberater);
  • Rayk Barthels (Betriebswirtschaftler).

1.2.Vorstand

Die Geschäftsstelle des geschäftsführenden Vorstandes befindet sich auf dem Pfefferberg (Schönhauser Allee 176/Christinenstraße 18-19). Bis Mai 2016 war sie im Haus 10 untergebracht, seither im neu errichteten Haus 12. Den Vorstand bildeten weiterhin Margitta Haertel, Vorsitzende des Vorstands, und als stellvertretende Vorsitzende Karin Scheurich.

 

2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die soliden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Stiftung Pfefferwerk ermöglichten im Berichtszeitraum viele Aktivitäten zur Verwirklichung der Stiftungszwecke. Die Personal-, Sach- und Projektausgaben wurden überwiegend aus den laufenden Erbpachteinnahmen finanziert. Darüber hinaus warb die Stiftung Pfefferwerk zwei projektbezogene Zuwendungen sowie einige Spenden ein.

Vermögensverwaltung

2.1. Immobilie Pfefferberg

Der Zufluss an Mitteln aus Erbpacht gemäß den Festlegungen des Stundungs- und bedingten Erlassvertrages vom 31. Juli 2004 erfolgte im Jahr 2016 kontinuierlich. Die Einnahmen setzten sich aus den Erbpachtzahlungen der einzelnen Teilerbbaurechtsnehmer des Pfefferberg-Geländes, bis 30. Juni 2016 anteilig für TE V auch noch von der Pächterin, zusammen. Die Gesamtsumme lag resultierend aus Mehreinnahmen aufgrund neu entstandener Ansprüche (Ersatzzahlung wegen Nichtrealisierung eines Neubaus) über den Beträgen des Vorjahres.

Mit Schreiben vom 6. September 2016 erging an die Stiftung Pfefferwerk der Bescheid des Bezirksamtes Pankow auf Festsetzung der Sanierungsausgleichsabgabe für die Liegenschaft Pfefferberg in Höhe von 351.104,00 Euro, davon vorläufig ausgesetzt ein Betrag von 88.021,77 Euro. Die erste Rate über 171.350,46 Euro wurde fristgemäß zum 15. Dezember 2016 überwiesen. Im Vorfeld hatte die Stiftung Pfefferwerk gemäß der vertraglich gesicherten Zahlungsverpflichtung von allen betroffenen Teilerbbaurechtsnehmern rechtzeitig den jeweils auf ihre Flächen entfallenden Teilbetrag erhalten.

2.2. Beteiligungen

Die Stiftung Pfefferwerk hält durch Zustiftung seit 2002 alle Gesellschafteranteile an der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH - gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft weist zum 31.12.2016 ein positives Ergebnis auf. Im Rahmen der Vermögensverwaltung führte der Vorstand mit der kommissarisch agierenden Geschäftsführung zwei Gesellschafterversammlungen durch. Es bestand darüber hinausgehend ein regelmäßiger Konsultationsprozess zwischen beiden Organen.

 

3. Mitgliedschaften

Die Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., im Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie (REVES) sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. führte die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum fort.

Im Jahr 2016 suchte sie verstärkt den fachlichen Austausch mit anderen Stiftungen und Trägern in Berlin und auch darüber hinaus. So gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerkes Stiftungen und Bildung in Berlin, das im Januar 2016 entstand und im September auf Einladung der Stiftung Pfefferwerk auf dem Pfefferberg zusammenkam, war auf dem Berliner Stiftungstag und auf dem bundesweiten Treffen in Leipzig vertreten, beteiligte sich an der Berliner Stiftungswoche, nahm an mehreren thematischen Fachveranstaltungen auf der lokalen und auf der Bundesebene teil.

 

Operative und fördernde Tätigkeit

Gemäß ihrer Verfassung ist die Stiftung Pfefferwerk sowohl fördernd als auch operativ in den Bereichen Umweltschutz, Denkmalschutz, berufliche Bildung und Volksbildung, generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke gemäß § 53 Abgabenordnung), Kultur und Völkerverständigung tätig und verbindet das mit dem Anspruch, die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze zu befördern, arbeitsmarktpolitische Aktivitäten zu unterstützen und/oder die Chancen Benachteiligter auf eine Integration in das Erwerbsleben zu verbessern. Den Rahmen für die Fördertätigkeit 2016 bildeten die Grundsätze der Förderung und die Förderrichtlinien in der Fassung vom 26. September 2011.

1. Umweltschutz

In diesem Stiftungszweck erfolgte die Vergabe von Fördermitteln, jeweils an gemeinnützige Träger, zum einen für Projekte, bei denen vorwiegend benachteiligte Menschen (Jugendliche, Geflüchtete, Langzeitarbeitslose) mit Blick auf ihre Lebensumwelt gärtnerisch tätig werden:

  • Luccinas – International network of Art and Science e.V. (Charlottenburg) – Personal- und Sachmittel für das gemeinwesenorientierte Garten- und Begrünungsprojekt ViaVerde Berlin;
  • Über den Tellerrand e.V. (Schöneberg) - Honorare und Sachmittel für Workshops im Rahmen des integrativen Urban-Gardening-Projekts "Über den Tellerrand wachsen“.

Zum anderen wurden Zuschüsse für Projekte gewährt, die dem Themenfeld Umweltbildung / -erziehung zuzuordnen waren:

  • Förderverein der Kurt-Löwenstein-Oberschule (Treptow/Neukölln) - Startphase zur Etablierung eines Modellprojekts "Repair Café trifft Arbeitslehre"
  • Albatros gGmbH (Reinickendorf) – Kofinanzierung für die Upcycling-Werkstatt „Stoffwechsel“ in einem Interkulturellen Mädchentreff, die Näh- und Schneiderkurse u.a. für Bewohnerinnen einer Flüchtlingsunterkunft beinhaltet.

Im Rahmen der operativen Arbeit unterstützte die Stiftung Pfefferwerk Überlegungen und Gespräche, die Repair-Café-Idee mit Berufsorientierung an Schulen zu verknüpfen.

2. Denkmalschutz

Im Jahr 2016 reichte die Stiftung Pfefferwerk Fördermittel für ein Projekt aus:

  • Der berlinweit tätig gemeinnützige Verein Denk mal an Berlin e.V. erhielt einen Zuschuss als Mitfinanzierung von Workshopreihen bzw. Projektwochen im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals, entwickelt und realisiert als Kooperation von acht bezirklicher Museen in Berlin mit jeweils einer Bildungseinrichtungen.

Im operativen Bereich realisierte die Stiftung Pfefferwerk mehrfach auf Anfrage Führungen interessierter Besucher/innen auf dem Pfefferberg-Gelände durch, darunter zwei Führungen zum Tag des offenen Denkmals. 

3. Berufliche Bildung und Volksbildung

Auf Beschluss der Stiftungsgremien war dieser Stiftungszweck im Berichtszeitraum wiederum besonders im Fokus der Arbeit. Insgesamt flossen 95.160,00 Euro in 29 Projekte, die alle bei gemeinnützigen Trägern angesiedelt waren. Einen Schwerpunkt dabei bildeten Angebote zur Verbesserung der Lernergebnisse und zur Unterstützung der beruflichen Orientierung insbesondere für benachteiligte Jugendliche:

Aus dem Förderprogramm „Mit Deiner Idee geht mehr!“ (5 Projekte – 11.500,00 €):

  • Förderverein der Janusz-Korszak-Oberschule Pankow e.V. (Pankow) – Sachmittel für den Weiterbau der „Längsten Bank Pankows“ durch Schüler/innen auf dem Schulhof;
  • BAUFACHFRAU Berlin e.V. (Weißensee) – Personal- und Sachmittel für den Bau eines Lehmofens gemeinsam mit Schüler/innen der Hagenbeck-Schule;
  • Förderverein der Kurt-Tucholsky-Oberschule Berlin-Pankow e.V. – Sachmittel für die Herstellung von Sitzelementen des Skulpturengartens auf dem Schulhof;
  • Katholische Kirchgemeinde Herz Jesu (Prenzlauer Berg) – Sachmittel und Honorare für die Renovierung des Lehmhauses im Hof der Kita der Gemeinde mit Jugendlichen;
  • Humanistischer Verband Deutschlands e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachkosten zur Errichtung einer Hochebene in der JFE Rakäthe.

Weitere Angebote für benachteiligte Kinder und Jugendliche (12 Projekte – 39.200,00 €)

  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Wedding) – Sachmittel als Kofinanzierung der Umgestaltung des Schulhofes der Ernst-Schering-Schule, geplant und durchgeführt maßgeblich von Student/innen der Beuth-Hochschule und Schüler/innen;
  • Verein für inklusive Medienbildung e.V. (berlinweit) – Kofinanzierung des mehrgliedrigen Medienprojekts „Janz schöön anders. Für Inklusion. Gegen Ausgrenzung“;
  • Forum für Bildung und Erziehung (FBE) gGmbH (Wedding) – Honorar- und Sachmittel zur Durchführung des Pilotprojekts „Forum BBR – Hauptschulabschluss für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen“;
  • Forum für Bildung und Erziehung (FBE) gGmbH (Wedding) – Honorar- und Sachmittel zur Durchführung eines weiteren Kurses im Zuge des Projekts „Forum BBR – Hauptschulabschluss für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen“;
  • Die Lernwerkstatt - lernen und lernen lassen e.V. (Treptow) – Honorare und anteilige Mietkosten für eine Lernbegleitung benachteiligter Jugendlicher;
  • Förderverein der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule e.V. (Prenzlauer Berg) – Personalmittel zur Weiterführung der Nachhilfeangebote im Schülerclub;
  • FORUM Kreuzberg e.V. (Kreuzberg) – Mitfinanzierung des Projekts Sprachwelten im Rahmen der Hausaufgabenhilfe in der Schülerclub Aladdin;
  • Joblinge gAG Berlin (Pankow) – Honorar- und Sachmittel zur Durchführung des Projekts Art Enterprise mit benachteiligten Jugendlichen aus dem Programm JOBLINGE;
  • Nadeshda e.V. (Friedrichshain) – Kofinanzierung für „Mobilasyl“, ein Sprachlern- und Willkommensangebot für minderjährige Geflüchtete mit sehr geringen oder gar keinen Schulkenntnissen.
  • MUSE-Deutschland e.V. (Moabit) – Honorare und Koordinationspauschale für die einjährige Teilnahme einer Klasse am MUSE-Programm;
  • MUSE-Deutschland e.V. (Wedding) - Honorare und Koordinationspauschale für die viermonatige Teilnahme einer Klasse am MUSE-Programm;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Wedding) – Aufwandsentschädigung für Jugendliche, die im Zuge des Projekts Factory – Schüler helfen Schülern Nachhilfe für lernschwächere Schüler/innen aus sozial schwachen Familien erteilen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Angebote, die darauf abzielen, die Chancen benachteiligter Erwachsener auf den Einstieg ins Erwerbsleben zu verbessern. Die nachstehenden Projekte unterstützte die Stiftung Pfefferwerk mit insgesamt 44.460,00 Euro:

  • Cenfila gGmbH (Neukölln) – Honorar- und Sachmittel zur Absicherung eines zweijährigen Ausbildungsganges für 20 Teilnehmer/innen zum/r Sozialassistent/in;
  • WeTeK Berlin gGmbH (Prenzlauer Berg) – Honorare für einen fachspezifischen Deutschkurs für Migrantinnen in einer berufsbegleitenden Erzieherinnenausbildung;
  • Brücke e.V. (berlinweit) – Honorare und Sachmittel für studienbegleitende Weiterbildungsangebote im IT-Bereich für afrikanische Studierende;
  • WeTeK Berlin gGmbH (Wedding) – Honorar- und Sachmittel zur Vorbereitung einer Ausstellung als praxisbezogenes Lernobjekt im Rahmen des berufsorientierenden Werkstattprojekts Format: Kunst für benachteiligte junge Erwachsene;
  • WeTeK Berlin gGmbH (Prenzlauer Berg) – Kostenübernahme für die Teilnahme von drei Arbeitssuchenden ohne ALGII-Bezug an berufsvorbereitenden Qualifizierungen
  • VISIONEERS – Volunteering with a Vision (Schöneberg) – Personal- und Sachmittel für die Auftaktphase des VISIONEERS Mentorenprogramms, das Bildungsangebote und arbeitsmarktorientierte Begleitung für geflüchtete junge Erwachsene beinhaltet;
  • Freundeskreis Tina Modotti Archiv e.V. (Prenzlauer Berg) – Mietkostenzuschuss für  niedrigschwellige Bildungsangebote u.a. für Frauen aus einer Flüchtlingsunterkunft;
  • BAUFACHFRAU Berlin e.V. (Reinickendorf) – Personal- und Sachmittel zur Ausgestaltung von Gemeinschaftsräumen in einer Unterkunft für Geflüchtete gemeinsam mit geflüchteten Frauen;
  • Brunnenviertel e.V. (Wedding) – Honorar- und Sachmittel zur Weiterführung des Projekts „Wissensbörse“, das niedrigschwellige Bildungsangebote beinhaltet, die vorwiegend von sozial schwächeren Menschen genutzt werden;
  • Brunnenviertel e.V. (Wedding) – Honorar- und Sachmittel zur Konzipierung und Durchführung des Projekts „FührDich“, bei dem vorwiegend sozial schwächeren Menschen zu Stadtführer/innen in ihrem Kiez ausgebildet werden;
  • Ritas Häkelklub e.V. (Neukölln) – anteilige Mietkosten und Honorare zur Durchführung handwerklich-künstlerischer, sprach- und start-up-orientierter Qualifizierungsangebote für langzeitarbeitslose Migrant/innen;
  • Fördern durch Spielmittel e.V. (Prenzlauer Berg) – letzte Rate der Kofinanzierung der Ausbildungsvergütung für eine benachteiligte junge Frau, zusätzlich nochmalige Verlängerung um sechs Monate.

Im Zuge der operativen Arbeit realisierte die Stiftung Pfefferwerk auch 2016 mehrere Informationsveranstaltungen über Pfefferberg (Geschichte, Stiftungsmodell) und Pfefferwerk. Zu den Interessierten zählten Auszubildende der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH Teilnehmer/innen an Fortbildungskursen, Gäste aus dem Ausland und kommunale Entscheidungsträger, darunter der Oberbürgermeister von Karlsruhe.

4. Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit

Den zweiten Schwerpunktbereich der Stiftungstätigkeit bildete wiederum die generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit, im Besonderen die Kinder- und Jugendhilfe und die Wohlfahrtspflege sowie die Erfüllung mildtätiger Zwecke.

4.1       Kinder- und Jugendhilfe (9 Projekte – 41.700,00 Euro)

Zuschüsse erhielten fünf gemeinnützige Träger für Projekte, bei denen benachteiligte Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund im Mittelpunkt der Arbeit standen:

  • lebensnah e.V. (Friedrichshain) – Ausstattungskosten für die Etablierung einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge;
  • KuDePo e.V. (Hellersdorf) - Kofinanzierung bei der Etablierung einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge;
  • Alte Feuerwache e.V. (Neukölln) – Kofinanzierung für das Projekt „Zugang für alle“ zur Begleitung von Jugendlichen an der Schwelle Schule – Beruf;
  • Humanistischer Verband Deutschlands e.V. (Neukölln) – Sachmittel für die konzeptgerechte Ausstattung der neuen Jugendfreizeiteinrichtung Trapez;
  • JuLi Jugendhilfe in Lichtenberg gGmbH (Lichtenberg) – Honorare für die Durchführung von Sprachlern- und Kreativangeboten für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsunterkünften bzw. Willkommensklassen, durchgeführt in einer JFE.

Darüber hinaus unterstützte die Stiftung Pfefferwerk mit Zuwendungen an mehreren Standorten die Neugründung bzw. Erweiterung von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung mit besonderen konzeptionellen Schwerpunkt (in Trägerschaft von vier frei-gemeinnützigen Trägern):

  • Kultur Mosaik Berlin gUG (Charlottenburg) – Sachkosten für Baumaßnahmen bei der Erweiterung des Internationalen Kindergartens Multi Lingua;
  • Forum für Bildung und Erziehung (FBE) gGmbH (Wedding) – Investitionskostenzuschuss für die Etablierung einer waldorforientierten Kita;
  • Sportverein Pfefferwerk e.V. (Mitte) – Vorlaufkostenzuschuss bei der Etablierung der bewegungsorientierten Kita Holzmarkt;
  • Kunger Küken e.V. (Treptow) - Vorlaufkostenzuschuss bei der Etablierung der montessoriorientierten Kita Kungerküken.

4.2       Wohlfahrtspflege (8 Projekte – 27.200,00 Euro)

Die Stiftung Pfefferwerk vergab mehrfach Projektzuschüsse, um damit zumeist niedrigschwellige Bildungs- und Beratungsangebote für Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergund zu ermöglichen bzw. zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten folgende gemeinnützigen Träger einen Zuschuss:

  • Syn:format e.V. (Kreuzberg) – Personal- und Sachkosten für das Bildungs- und Kulturprojekt „Meine Heimat. Deine Heimat“ mit Geflüchteten
  • Afrique Soleil e.V. (Reinickendorf) – Honorare für das Projekt „Afro-Kinder und –Jugendliche lernen Afrika kennen“, das die Integration und berufliche Orientierung in Berlin lebender Kinder und Jugendlicher mit afrikanischen Wurzeln unterstützt
  • Syn:format e.V. (Kreuzberg) – Personal- und Sachkosten für das Bildungs- und Kulturprojekt Letter to the World mit Geflüchteten

Andere von der Stiftung Pfefferwerk im Rahmen dieses Stiftungszwecks geförderte Projekte zielten darauf ab, Angebote für benachteiligte Menschen, darunter erwachsene Analphabeten und Blinde, zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten einen Zuschuss:

  • KOPF, HAND und FUSS gemeinnützige Gesellschaft für Bildung mbH (Mitte) – Personalmittel für die Realisierung eines Studentenworkshops mit dem Ziel, Möbel zur Ausstattung eines Co-Working-Spaces für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln – Ergänzend: weitere Förderung für Sachmittel;
  • ZIK – zuhause im Kiez gGmbH – 3. Rate Kofinanzierung eines über Aktion Mensch geförderten Projekts zur Etablierung eines Blindenblogs;
  • Förderverein des Deutschen Blinden-Museums e.V. (berlinweit) – Zuschuss zur Neugestaltung des Ausstellungsbereichs berufliche Reha im Zuge der Modernisierung und Erweiterung des Dauerausstellung des Deutschen Blindenmuseums;
  • Handiclapped – Kultur Barrierefrei e.V. (berlinweit) – Kofinanzierung des von Aktion Mensch geförderten Projekts Handiclapped barrierefrei – inklusive Musik für Alle!
  • Moabiter Ratschlag e.V. (Wedding) – Investitionskosten zur Sicherung der Infrastruktur für Nachbarschaftsangebote, realisiert von Mitarbeiter/innen im Rahmen von Maßnahmen der Arbeitsförderung.

4.3       Mildtätige Zwecke

Im Jahr 2016 reichte die Stiftung Pfefferwerk wiederum die Mittel aus dem Programm „KinderZukunft“ aus, die der Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. bzw. seiner Stiftung für den Bezirk Pankow zur Verfügung stellte. Insgesamt 113 Kinder aus bedürftigen Familien kamen in den Genuss einer Einzelhilfe oder eines mehrmonatigen Kinderstipendiums, der Gesamtbetrag belief sich auf 7.183,34 Euro.

Aus eigenen Mitteln unterstützte die Stiftung Pfefferwerk vier benachteiligte Frauen und zwei junge Erwachsene, die aus unterschiedlichen Gründen keine oder nur geringe staatliche Unterstützung erhalten, bei der Finanzierung der Kosten für ihre berufliche Ausbildung bzw. für die Übersetzung von Unterlagen für die Anerkennung bereits erworbener Abschlüsse.

Des Weiteren erhielten drei bedürftige Kinder und Jugendliche bzw. ihre Familien jeweils einen kleinen Zuschuss bei der Finanzierung des Eigenanteils für Bildungsangebote sowie der Prüfungsgebühren zur Erlangung eines externen Schulabschlusses.

5. Kultur

Die Förderungen, die die Stiftung Pfefferwerk 2016 im Stiftungszweck Kultur an insgesamt sieben gemeinnützige Träger ausreichte, kamen direkt oder indirekt Künstler/innengruppen in verschiedenen Genres zugute, die versuchen, im Arbeitsmarkt Kultur anzukommen:

  • Creative office e.V. (Friedrichshain) – Zuschuss zu den Miet- und Honorarkosten bei der Etablierung von Projekträumen sowie für Weiterbildungsangebote für Filmleute;
  • Theaterförderverein Moabit e.V. (Moabit) – Kofinanzierung der Inszenierung „Und Gad ging zu David“ mit jungen Absolvent/innen von Schauspielschulen mit dem Ziel, ein neues Ensemble zu etablieren;
  • Meinblau e.V. (Prenzlauer Berg) – Miet- und Personalkosten für zwei Ausstellungsprojekte mit jungen Künstler/innen bzw. Kunststudent/innen auf dem Pfefferberg;
  • Hammeraue e.V. – Verein für Illustrations- & Zeichenkunst (Prenzlauer Berg) – Honorare für Informations- und Weiterbildungsangebote im Rahmen des Festivals ILLUFEST 16 auf dem Teutoburger Platz und im NBH F92;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Personal- und Sachkosten für die Realisierung des Jahresprojekts „nah und fern – fremd und vertraut“ in der Galerie F92 im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz;
  • Literaturbrücke Berlin e.V. (Prenzlauer Berg) – Honorare zur Durchführung des Projekts „Poets Corner“ auf dem Pfefferberg, realisiert im NBH F92, im Zuge des poesiefestival berlin am 4.6.2016;
  • WeTeK Berlin gGmbH (berlinweit) – Personalkostenzuschuss als Kofinanzierung für „ARTWert im Creative Service Center“.

Im Rahmen ihrer operativen Tätigkeit organisierte und realisierte die Stiftung Pfefferwerk mit finanzieller Unterstützung der Stiftung des PARITÄTERs in Haus 13 auf dem Pfefferberg vier weitere Konzerte die Veranstaltungsreihe „RESONANZEN – Internationale Klänge“. Auf der Bühne standen über 50 Musiker/innen mit Wurzeln in 24 verschiedenen Ländern rund um den Globus. Darunter waren sechs mit aktueller Fluchterfahrung (Syrien).

6. Völkerverständigung

Im Berichtszeitraum vergab die Stiftung Pfefferwerk im Rahmen dieses Stiftungszweckes Zuwendungen an vier gemeinnützige Träger:

  • Aedes Network Campus gGmbH (Prenzlauer Berg) – Personalkostenzuschuss bei der Koordination des Studentenaustauschprogramms auf dem Pfefferberg;
  • Freunde und Förderer der LEO KESTENBERG MUSIKSCHULE e.V. (Tempelhof) – Kofinanzierung für die Einstudierung und Aufführung des Pasticcio „Mediterraneo“ als Werk von Musiker/innen der kleinen Barockband der Leo-Kestenberg-Musikschule, geflüchteten syrischen Musikern, Sänger/innen von Berliner Hochschulen ;
  • Über den Tellerrand e.V. (Schöneberg) – Honorare und Sachmittel für das im Rahmen eines Begegnungsprojekts durchgeführte mehrgliedrige, niedrigschwellige Sprachlernangebot für Personen unterschiedlicher Herkunft, darunter Geflüchtete;
  • Geld ist die Lösung e.V. (Kreuzberg) – Kofinanzierung für das ZEITaustauschprojekt mit Teilnehmer/innen aus Berlin und Marokko.

Im Jahresverlauf 2016 arbeitete die Stiftung Pfefferwerk intensiv an der Umsetzung des gemeinsam mit Partnerorganisationen in Belgien und Italien an dem aus dem Programm ERASMUS+ geförderten Projekt „Minorities Groups Education through Arts“ (META), das auf die Integration von Minderheiten mit kultureller Bildung an Schulen abzielt.

Darüber hinaus beteiligte sie sich an der Erstellung eines vom Jobcenter Genua initiierten Projektantrages bei der EU mit dem Ziel, gemeinschaftliche Unternehmensgründungen von Menschen mit Migrationshintergrund zu befördern. 

Die Stiftung Pfefferwerk war auf der Generalversammlung von REVES im April in Tulln/Niederösterreich vertreten.

 

Jahresbericht 2015

Vorbemerkungen

Im Berichtszeitraum konnte die Stiftung Pfefferwerk ihre Tätigkeit nochmals weiter ausbauen. Auch im Jahr 2015 verwirklichte sie gemäß Verfassung ihre Stiftungszwecke fördernd und operativ. Schwerpunkte bildeten auf Beschluss der Stiftungsorgane erneut die beiden Stiftungszwecke berufliche Bildung und Volksbildung sowie generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit. Die Tätigkeit erfolgte auf der Grundlage der im Jahr 2000 genehmigten Verfassung und nachfolgender Änderungen mit Stand von November 2010 und den gültigen Geschäftsordnungen von Stiftungsrat und Vorstand aus dem Jahr 2000.

Die sechs Stiftungszwecke wurden auch 2015 vorrangig durch projektbezogene Zuwendungen an gemeinnützige Träger in Berlin erfüllt. Aus eigenen Mitteln bewilligte die Stiftung Pfefferwerk für 67 Projekte und 17 bedürftige Einzelpersonen bzw. ihre Familien Förderungen und Zuschüsse von fast 210.000 Euro, wovon insgesamt 207.480,00 Euro auch ausgereicht wurden. Das erfolgte auf der Basis der Grundsätze der Förderung und der Förderrichtlinien in der jeweils am 26. September 2011 verabschiedeten Fassung. Darüber hinaus wurden 4.126,00 Euro aus dem Programm „KinderZukunft“ der Stiftung PARITÄT des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. für den Bezirk Pankow gemäß Vorgaben des Zuwendungsgebers an 70 bedürftige Familien weitergereicht.

Zusätzlich zu den genannten Beträgen wendete die Stiftung Pfefferwerk finanzielle Mittel für Personal- und Sachkosten für operative Aktivitäten auf, die ebenfalls zur Verwirklichung der Stiftungszwecke beitrugen. Dabei richtete die Stiftung Pfefferwerk im Jahr 2015 den Fokus auf den Standort Pfefferberg und dessen Potentiale für soziokulturelle Angebote. Erklärtes Anliegen war, auf dem „eigenen“ Gelände mehr Aktivitäten im Kontext der Ziele und für/mit den Zielgruppen der Stiftung zu initiieren. Dafür erfolgte auch eine – vorerst befristete - personelle Aufstockung in der Geschäftsstelle. Zudem floss ehrenamtliches Engagement in die Erfüllung der Stiftungsziele.

 

Administration

1. Organe der Stiftung

1.1.Stiftungsrat

Der Stiftungsrat war ehrenamtlich tätig. Im Berichtszeitraum kam er zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen, wobei im Rahmen der Sitzung am 30.11.2015 die Bestellung der Mitglieder des Stiftungsrates für die Amtsperiode 2015 – 2018 vorgenommen wurde. Darüber hinaus fanden bei Bedarf weitere Gespräche einzelner Mitglieder des Rates, insbesondere der Vorsitzenden des Stiftungsrates, mit Vorstandsmitgliedern statt, um die Entwicklung der Stiftung kontinuierlich zu begleiten und zu beaufsichtigen.

Dem Stiftungsrat gehörten im Jahr 2015 folgende Mitglieder an:

  • Claudia Nier (Architektin)

- Vorsitzende des Stiftungsrates;

  • Reinhard Kraetzer (Abteilungsleiter, Bezirksbürgermeister a.D.)

- stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates;

  • Christine Keil (Bezirksstadträtin);
  • RA Norbert Ellermann (Steuerberater);
  • Wolfgang Barnick (Kulturmanager) bis 30.11.2015;
  • Rayk Barthels (Betriebswirtschaftler) ab 30.11.2015.

1.2.Vorstand

Die Geschäftsstelle des geschäftsführenden Vorstand befand sich 2015 im Haus 10 auf dem Pfefferberg (Schönhauser Allee 176/Christinenstraße 18-19). Den Vorstand bildeten Margitta Haertel, Vorsitzende des Vorstands, und als stellvertretender Vorsitzender bis zum 30.09.2015 Günther Öchsner, als er altersbedingt ausschied. Ihm folgte in dieser Funktion auf Beschluss des Stiftungsrates ab dem 01.10.2015 Karin Scheurich. Der Vorstand stimmte sich regelmäßig und kontinuierlich zu den anstehenden Fragen und Aufgaben ab.

 

2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Personal-, Sach- und Projektausgaben der Stiftung Pfefferwerk wurden im Berichtszeitraum überwiegend aus den laufenden Erbpachteinnahmen finanziert. Darüber hinaus wurden projektbezogen über Anträge Zuwendungen und durch Aktionen sowie einen Förderkreis einige Spenden eingeworben.

Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Stiftung Pfefferwerk ermöglichten, die Aktivitäten zur Verwirklichung der Stiftungszwecke 2015 weiter auszubauen. Die Haushaltsansätze für die Tätigkeitsbereiche der Stiftung wurden entsprechend geplant, die Personalkosten für die Stiftungsverwaltung verblieben auf niedrigem Niveau.

Vermögensverwaltung

2.1. Immobilie Pfefferberg

Der Zufluss an Mitteln aus Erbpacht gemäß den Festlegungen des Stundungs- und bedingten Erlassvertrages vom 31. Juli 2004 erfolgte 2015 kontinuierlich. In Erfüllung bestehender Verträge setzten sich die Einnahmen aus Erbpachtzahlungen der einzelnen Teilerbbaurechtsnehmer des Pfefferberg-Geländes sowie der Pächterin zusammen.

Das Gesamtergebnis lag über den Beträgen des Vorjahres, resultierend

  • einerseits aus -dauerhaft zu erwartenden- Mehreinnahmen aufgrund von neu entstandenen Ansprüchen (Herstellung eines weiteren Neubaus sowie Überprüfung/Neuberechnung der seit längerem bestehenden Erbbauzinsansprüche auf der Basis der im Zuge der Baumaßnahmen tatsächlich hergestellten Flächen) und
  • andererseits aus einmalig geltend gemachten Nachforderungen im Zusammenhang mit bereits fertiggestellten zusätzlichen Flächen.

2.2. Beteiligungen

Die Stiftung Pfefferwerk hält durch Zustiftung seit 2002 alle Gesellschafteranteile an der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH - gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft weist im Jahr 2015 nach bisherigem Kenntnisstand ein positives Ergebnis aus.

Im Rahmen der Vermögensverwaltung führte der Vorstand mit der bis Ende 2015 kommissarisch agierenden Geschäftsführung vier Gesellschafterversammlungen durch. Es bestand ein regelmäßiger Konsultationsprozess zwischen beiden Organen.

Vertreter/innen des Gesellschafters waren punktuell in den 2013 gemeinsam mit der Geschäftsleitung initiierten Prozess „StadtKULTUR 2020“ zur konzeptionellen und strukturellen Weiterentwicklung der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH eingebunden, den eine Organisationsberatungsgesellschaft begleitete.

3. Mitgliedschaften

Die Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., im Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie (REVES) sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. wurden 2015 fortgeführt.

 

Operative und fördernde Tätigkeit

Gemäß ihrer Verfassung ist die Stiftung Pfefferwerk sowohl fördernd als auch operativ in den sechs Stiftungszwecken Umweltschutz, Denkmalschutz, berufliche Bildung und Volksbildung, generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke gemäß § 53 Abgabenordnung), Kultur und Völkerverständigung tätig und verbindet das mit dem Anspruch, die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze zu befördern, arbeitsmarktpolitische Aktivitäten zu unterstützen und/oder die Chancen Benachteiligter auf Integration in das Erwerbsleben zu verbessern. Den Rahmen für die Fördertätigkeit 2015 bildeten die Grundsätze der Förderung und die Förderrichtlinien in der Fassung vom 26. September 2011.

Im Zuge der operativen Arbeit war M. Haertel auf der Grundlage eines Beschlusses von sozialen und genossenschaftlichen Unternehmen des Bezirks bis November 2015 Mitglied der Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit Pankow.

1. Umweltschutz

Mit den Fördermitteln, die die Stiftung Pfefferwerk im Rahmen dieses Stiftungszwecks den jeweils gemeinnützigen Trägern gewährte, konnten zum einen fünf Projekte realisiert werden, bei denen vorwiegend benachteiligte Menschen (Jugendliche, Geflüchtete, Langzeitarbeitslose) mit Blick auf ihre Lebensumwelt gärtnerisch tätig werden:

  • Luccinas – International network of Art and Science e.V. (Charlottenburg) – Personal- und Sachmittel für das gemeinwesenorientierte Garten- und Begrünungsprojekt ViaVerde Berlin;
  • Über den Tellerrand kochen e.V. (Kreuzberg) - Honorare und Sachmittel für Workshops im Rahmen des integrativen Urban-Gardening-Projekts "Über den Tellerrand wachsen“ mit geflüchteten und beheimateten Teilnehmer/innen;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Aufwandsentschädigung für Jugendliche, die in einer Kriseneinrichtung betreut werden und in ihrer Freizeit Grünflächen der KJFE DIMI pflegen und sich gärtnerisch betätigen;
  • Förderverein der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule e.V. (Prenzlauer Berg) - Sachmittel für das Urban-Gardening-Projekt von FMBeet aus dem Förderprogramm "Mit Deiner Idee geht mehr!";
  • pro futura gGmbH (Prenzlauer Berg) - Zuwendung für die Anschaffung von Sachmitteln für ein Projekt zur Wiedervernässung von Feuchtbiotopen im Bezirk Pankow.

Zum anderen wurden drei Projekte gemeinnütziger Träger bezuschusst, die dem Themenfeld Umweltbildung / -erziehung zuzuordnen waren:

  • Technische Jugendbildung in Praxis e.V. (Grünau) – Zuschuss zur Ausstattung des zu einem „Lernlabor Energie“ umgebauten, ehemaligen Heizhauses an einer Köpenicker Schule aus, das als Standort für Umweltbildung entwickelt wird;
  • Förderverein der Schule an der Strauchwiese e.V. (Pankow) – Sachmittel für das Umweltbildungsprojekt, durchgeführt mit Schüler/innen aus Förderklassen;
  • MURKS? NEIN DANKE! e.V. (Tempelhof) - Mietzuschuss für die Weiterführung des MURKS. Center Berlin und den Ausbau der Bildungsarbeit (Realisierung verschoben).

Im Rahmen der operativen Arbeit unterstützte die Stiftung Pfefferwerk die Vorbereitung und Durchführung des bundesweiten Netzwerktreffens der Reparatur-Initiativen im Oktober auf dem Pfefferberg. In diesem Kontext initiierte sie Überlegungen und Gespräche, die Repair-Café-Idee mit Berufsorientierung an Schulen zu verknüpfen. Diese mündeten in die Entwicklung eines Modellprojekts an der ISS Röntgen-Schule (Neukölln/Treptow) ein.

2. Denkmalschutz

2015 reichte die Stiftung Pfefferwerk Fördermittel an drei gemeinnützige Träger für Projekte aus, die sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Berufsfeld Denkmalpflege beschäftigten:

  • Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (bundesweit) – Kofinanzierungsmittel für die Berufsmesse ArchaeWorks³ in Berlin;
  • Verein zur Förderung des Nachwuchses im Bau- und Holzgewerbe e.V. (Spandau) – Kofinanzierung eines dreiwöchigen Österreich-Aufenthaltes von auszubildenden Tischler/innen des OSZ Bautechnik mit Durchführung denkmalpflegerischer Aufgaben im ehemaligen KZ Mauthausen;
  • Denk mal an Berlin e.V. (berlinweit) – Mitfinanzierung von Workshopreihen bzw. Projektwochen im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals, entwickelt und realisiert als Kooperation von sieben bezirklicher Museen in Berlin mit jeweils einer Bildungseinrichtungen, darunter vom Pankow Museum auf dem Pfefferberg.

Im operativen Bereich wirkte die Stiftung Pfefferwerk aktiv an der Konzipierung und Durchführung der Projektwoche „Von der Bierindustrie zur Kultur/Freizeitproduktion“ mit Schüler/innen einer 9. Klasse der Kurt-Schwitters-Schule auf dem Pfefferberg mit. Ein Schwerpunkt lag darauf, auf dem Gelände verschiedene Berufe (u.a. in der Denkmalpflege) kennenzulernen und die Informationen bildnerisch aufzubereiten. Am Tag des offenen Denkmals übernahmen die Schüler/innen die Führungen der interessierten Besucher/innen auf dem Pfefferberg-Gelände.

3. Berufliche Bildung und Volksbildung

Auf Beschluss der Stiftungsgremien gehörte dieser Stiftungszweck im Berichtszeitraum wiederum ein Arbeitsschwerpunkt. Für insgesamt 23 Projekte, allesamt konzipiert und durchgeführt von gemeinnützigen Trägern, wurden Zuwendungen in Höhe von insgesamt 73.375 Euro ausgereicht.

Einen Schwerpunkt in diesem Kontext bildeten Angebote der Berufsorientierung insbesondere für benachteiligte Jugendliche. In der Trägerschaft von gemeinnützigen Vereinen an bzw. in Kooperation mit Schulen fanden statt:

  • Lange Tafel e.V. (Kreuzberg) – Mitfinanzierung des mehrmonatigen Workshopprojekts „Frauenbilder zwischen Kriegsende und Heute“ mit Schülerinnen der Ferdinand-Freiligrath-Schule;
  • Förderverein der Kurt-Löwenstein-Oberschule (Treptow/Neukölln) - Vorlaufkosten für die Etablierung eines Modellprojekts "Repair Café trifft Arbeitslehre";
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (bezirksübergreifend) - Kofinanzierungsmittel für das Patenschaftsprojekt „Ein Tag im Leben von ...“, bei dem Jugendliche an einem Tag eines Berufstätigen teilhaben;
  • Fördern durch Spielmittel e.V. (Prenzlauer Berg) – Personal- und Sachmittel zur Durchführung berufsorientierender Angebote für Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten in externen Räumen.

Darüber hinaus reichte die Stiftung Pfefferwerk 2015 an drei gemeinnützige Träger Zuschüsse für Beratungs- und Praxisprojekte der beruflichen Orientierung von zumeist benachteiligten Jugendlichen aus, die im Freizeitbereich angesiedelt waren:

  • Initiative Grenzenlos! e.V. (Moabit) – Personalmittel für berufsorientierendes Coaching im JugendTheaterBüro Berlin für Jugendliche mit Migrationshintergrund;
  • Deutsch-Armenische Initiative Berlin e.V. (Prenzlauer Berg) - Personal- und Sachkosten zur Realisierung des Projekts "Chancengleichheit durch berufliche Förderung";
  • BAUFACHFRAU Berlin e.V. (Kreuzberg) – Finanzierung des Ferienworkshops „Gemeinschaftswerk – wir bauen eine Plattform für Kreativität“ für Jugendliche und Auszubildende im Circus Schatzinsel.

Anknüpfend an den gleichnamigen, 2014 durchgeführten Wettbewerb, etablierte die Stiftung Pfefferwerk für das Schuljahr 2015/2016 ein Förderprogramm „Mit Deiner Idee geht mehr!“ In diesem Rahmen stellt sie Sachmittel für Ideen von Pankower Jugendlichen zur Mitgestaltung des Lern- und Lebensumfeldes zur Verfügung. Zuwendungen erhielten (siehe auch Umweltschutz) folgende gemeinnützige Träger:

  • GskA gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH - Sachmittel für den Einbau einer Küche in der Containereinrichtung „Klothilde“ durch die Jugendlichen;
  • Förderverein der Panke-Schule Berlin-Pankow e.V. - Sachkostenzuschuss für die Umsetzung des Projekts Klettergarten unter Beteiligung von Schüler/innen der Förderschule / Wettbewerbsbeitrag zu Mit Deiner Idee geht mehr! 2014.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Angebote zur gezielten Unterstützung von leistungsschwächeren Schüler/innen, überwiegend mit Migrationshintergrund. Die Stiftung Pfefferwerk gewährte dafür projektbezogene Zuwendungen an sechs gemeinnützige Träger:

  • Förderverein der Kurt-Löwenstein-Oberschule e.V. (Treptow/Neukölln) - Sachmittel zur Absicherung der Arbeit der temporären Lerngruppe "Rückenwind";
  • FORUM Kreuzberg e.V. (Kreuzberg) – Personal- und Sachmittel zur Weiterführung der Hausaufgabenhilfe im Schülerclub „Aladdin“;
  • Multikulturelles Jugend- und Informationszentrum e.V. (Charlottenburg) – Personal- und Sachmittel zur Weiterführung der Hausaufgabenhilfe;
  • Förderverein der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule e.V. (Prenzlauer Berg) – Personalmittel zur Durchführung einer Lerngruppe;
  • Die Lernwerkstatt - lernen und lernen lassen e.V. (Treptow) - anteilige Mietkosten und Sachmittel zur Etablierung einer Lernbegleitung für benachteiligte Jugendliche;
  • Neues Wohnen im Kiez GmbH Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Lichtenberg) – Sachkosten für die Anschaffung von Laptops in einer Jugendfreizeiteinrichtung, die sowohl für Bildungsangebote an Jugendliche in der Einrichtung und in Schulen, als auch an Mitarbeiter/innen in Maßnahmen der Arbeitsförderung genutzt werden.

Um Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Frauen, den Zugang in das Erwerbsleben zu erleichtern, stellte die Stiftung Pfefferwerk 2015 sieben gemeinnützigen Trägern Zuschüsse für Konzepte und Projekte zur Verfügung, die darauf abzielten, einen formalen Abschluss zu erwerben oder aber Kompetenzen und Kenntnisse zu verbessern:

  • WeTeK Berlin gGmbH (Wedding) – Anschubfinanzierung für die noch nicht staatlich finanzierte Erzieher/innenfachschule, an der vorwiegend Frauen mit Migrationshintergrund lernen und einen Berufsabschluss erwerben;
  • Fördern durch Spielmittel e.V. (Prenzlauer Berg) – anteilige Übernahme der Ausbildungsvergütung bei der beruflichen Ausbildung einer Benachteiligten;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Wedding) – Vorlaufkosten für die Etablierung einer Bürgerschule, die auf Chancengleichheit aller Schüler/innen ausgerichtet ist;
  • Brunnenviertel e.V. (Wedding) – Honorare und Sachkosten für eine von Bürger/innen initiierte und organisierte, als „Wissensbörse“ bezeichnete niedrigschwellige Bildungsangebote;
  • Verein zur Förderung der interkulturellen Jugendarbeit e.V. (Kreuzberg) – Mitfinanzierung des Projekts Cucula Education & Refugees Teacher;
  • Offene Tür für Menschen aus aller Welt e.V. - Honorarmittel zur Durchführung von Deutschkursen für Menschen mit Migrationshintergrund, darunter Flüchtlinge, an Standorten in Tiergarten und Wedding;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Kofinanzierung für das Projekt Klamottenfactory mit Mädchen und Frauen aus einem Flüchtlingsheim;
  • KREATIVHAUS e.V. (Mitte) – Honorare und Sachkosten für das Praktikums- und Coachingprojekt „Weiblich. Praktisch. Gesucht!“ für Migrantinnen (Umsetzung aus organisatorischen Gründen abgebrochen).

Als operative Aktivität konzipierte die Stiftung Pfefferwerk gemeinsam mit Pankower Schauspielschulen und anderen, gemeinnützigen Kooperationspartnern im Bezirk ein zweigliedriges Theaterprojekt zum Thema „Das Leben ist (k)ein Spiel“. Es fand im Rahmen der ersten Pankower Theatertage statt und führte mehr als 40 Teilnehmer/innen – Jugendliche in der Phase der Berufsorientierung, Schüler eines Förderzentrums, Schulabbrecher/innen, Migrant/innen, Schauspielstudent/innen zu vier gemischten Workshops mit abschließender Präsentation auf dem Pfefferberg zusammen.

Des Weiteren realisierte die Stiftung Pfefferwerk auch 2015 wieder mehrere Informationsveranstaltungen über Pfefferberg (Geschichte, Stiftungsmodell) und Pfefferwerk. Zu den Interessierten zählten u.a. Teilnehmer/innen an Fortbildungskursen, Gäste aus dem Ausland (u.a. Schweiz, Frankreich) und kommunale Entscheidungsträger.

4. Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit

Den zweiten Schwerpunktbereich der Stiftungstätigkeit im Jahr 2015 bildete wie in den Vorjahren die generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit. Die zunehmende Zahl der in Berlin ankommenden Geflüchteten spiegelte sich auch bei der Stiftung Pfefferwerk -sowohl bei den Antragstellungen als auch nachfolgend in ausgereichten Zuschüssen- deutlich wider.

4.1      Kinder- und Jugendhilfe

Die Stiftung Pfefferwerk vergab an vier gemeinnützige Träger Zuwendungen für Projekte, bei denen Jugendliche im Mittelpunkt der Arbeit standen und die im Jugendhilfe- und Freizeitbereich angesiedelt waren:

  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Pankow) - Anschubfinanzierung für die Etablierung des Jugendhilfeangebots "Multitherapeutische Tagesgruppe Grundschule";
  • Humanistischer Verband Deutschlands Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachmittel zur Ausstattung der neu zu eröffnenden Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Pasteurstraße;
  • Suppenküche Lichtenrade e.V. (Lichtenrade) – Sachkosten für die Realisierung von Aktivitäten mit Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe;
  • Wassertor 48 e.V. (Kreuzberg) – Personalmittel zur Absicherung des Projekts „ZukunftsRaum“, das auf die Beratung, Begleitung und berufliche Perspektive von benachteiligten Jugendlichen abzielt.

Im Berichtszeitraum unterstützte die Stiftung Pfefferwerk mit Zuwendungen an mehreren Standorten in der Stadt Neugründungen bzw. Kapazitätserweiterungen von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in freier, gemeinnütziger Trägerschaft, die einen besonderen konzeptionellen Schwerpunkt verfolgen:

  • Kita „KinderWunderland“ gUG (Marienfelde) – Zuschuss für die Kücheneinrichtung der im Bau befindlichen bilingualen Kita;
  • Kita Bullerbü e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachkosten für Umbauten, die zur Kapazitätserweiterung der Kita führen;
  • Kindertagesstätte Tarzan und Isolde e.V. (Neukölln) - Zuschuss zu den Investitionskosten bei der Erschließung des neuen Standortes (mit Erweiterung der Kapazität) der Waldorfkita;
  • Bildung bewegt e.V. (Friedrichshain) – Zuschuss zu den Investitionskosten bei der Erweiterung der Kapazität der bilingualen Kita „Bildungsgarten“.

4.2      Wohlfahrtspflege

Die Stiftung Pfefferwerk vergab 2015 elf Projektzuwendungen an neun gemeinnützige Träger, um damit -zumeist niedrigschwellige- Bildungs- und Beratungsangebote für Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergund zu ermöglichen bzw. zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten einen Zuschuss:

  • AYEKOO arbeit und ausbildung e.V. (Pankow/Schöneberg) – Personalmittel für das Projekt „Diversity: Career-Counselling for foreign Parents“, das die Beratung und Begleitung zugewanderter Elternteile bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg beinhaltet;
  • Über den Tellerrand kochen e.V. (Kreuzberg) - Personal- und Sachkosten für das Projekt "Über den Tellerrand quatschen", ein niedrigschwelliges Begegnungs- und Sprachlernangebot für Geflüchtete;
  • OASE Pankow e.V. (Prenzlauer Berg) - Honorarmittel zur Finanzierung von Theaterworkshops in Flüchtlingswohnheimen als niedrigschwelliges Sprachlernangebot sowie Honorarmittel zur Finanzierung eines Phonetikkurses für Migrant/innen ergänzend zu Deutschkursen;
  • publicata e.V. (Lichtenberg) – Personal – und Sachmittel sowie Betriebskosten für Angebote zur Sprachförderung, Beschäftigung und Vermittlung von Kenntnissen im handwerklichen Bereich für junge Flüchtlinge;
  • Joliba Interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V. (Kreuzberg) – Personalmittel zur Finanzierung des Projekts EXISTA zur Förderung der beruflichen Integration von Migrant/innen;
  • WeTeK Berlin gGmbH (Treptow) – Realisierung eines Filmprojekts gemeinsam mit jungen Flüchtlingen;
  • Stiftung Jona (Spandau) – Mitfinanzierung der Kosten für die Etablierung einer Vorklasse mit Kindern aus einem Flüchtlingsheim;
  • Afrique Soleil e.V. (Reinickendorf) – Personal- und Sachmittel zur Realisierung eines Workshopblocks mit dem Ziel, Weiterbildung und Integration afrikanischer Frauen in Berlin zu unterstützen;
  • Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gemeinnützige AG (Prenzlauer Berg) - Zuschuss zu den Kosten für den Ausbau von Kellerräumen in einer Flüchtlingsunterkunft sowie Erwerb von Ausstattung für Freizeitangebote, die eine Ausbildung zu Ko-Übungsleitern beinhalten.

Sechs weitere, von der Stiftung Pfefferwerk 2015 im Rahmen dieses Stiftungszwecks geförderte Projekte gemeinnütziger Träger zielten darauf ab, Angebote für benachteiligte Menschen wie Alleinerziehende, Wohnungslose, erwachsene Analphabeten oder Blinde zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten einen Zuschuss:

  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V., LV Berlin (bezirksübergreifend) – Honorarmittel für das Beratungs- und Coachingangebot „Elternzeit und Wiedereinstieg in den Beruf“;
  • Mob – Obdachlose machen mobil e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachkostenzuschuss für die Etablierung einer neuen Notübernachtung für Wohnungslose;
  • KOPF, HAND und FUSS gemeinnützige Gesellschaft für Bildung mbH (Mitte) – Personalmittel für die Realisierung eines Studentenworkshops mit dem Ziel, eine App zur Alphabetisierung von Erwachsenen zu entwickeln;
  • GskA gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH (bezirksübergreifend) – Machbarkeitsstudie für ein Projekt OPEN CINEMA Berlin;
  • ZIK – zuhause Im Kiez gGmbH (Tiergarten) – 2. Rate der Kofinanzierung des Eigenanteils für das von Aktion Mensch geförderte Projekt zur Programmierung und Etablierung eines Bildbeschreibungsblogs für Blinde, der blinden Menschen auch einen besseren Zugang zu Bildung und Kunst ermöglichen soll;
  • Handiclapped - Kultur Barrierefrei e.V. (Pankow/berlinweit) - 1. Rate der Kofinanzierung eines Aktion-Mensch-Projekts "Handiclapped barrierefrei - inklusive Musik für Alle!"

4.3      Mildtätige Zwecke

Auf der Grundlage einer Zuwendung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. bzw. seiner Stiftung reichte die Stiftung Pfefferwerk auch 2015 die Mittel aus dem Programm „KinderZukunft“ für den Bezirk Pankow aus. Insgesamt 70 Kinder aus bedürftigen Familien kamen in den Genuss einer Einzelhilfe oder eines mehrmonatigen Kinderstipendiums im Gesamtumfang von 4.126,00 Euro.

Aus eigenen Mitteln unterstützte die Stiftung Pfefferwerk vier Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen keine staatliche Unterstützung erhalten, bei der Finanzierung der Kosten für ihre berufliche Ausbildung.

Des Weiteren erhielten 13 bedürftige Kinder, Jugendliche bzw. ihre Familien jeweils einen kleinen Zuschuss bei der Finanzierung des Eigenanteils für Bildungs- und Freizeitangebote (Schulgeld, Ausbildungskosten, Teilnahme an Ferienfahrten).

5. Kultur

Projektbezogene Zuwendungen an vier gemeinnützige Träger im Stiftungszweck Kultur kamen 2015 Künstler/innengruppen zu Gute, die in verschiedenen Genres tätig sind und versuchen, im Arbeitsmarkt Kultur anzukommen:

  • FORUM Kreuzberg gemeinnütziger Verein e.V. (Kreuzberg) – Personal- und Sachmittel zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für das überwiegend aus Schauspielstudent/innen bestehende Ensemble chekh-OFF players;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Personal- und Sachkosten für die Realisierung des Jahresprojekts „Zusammenspiel – Kunst in der Beziehung“ in der Galerie F92 im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz;
  • KungerKiezInitiative e.V. (Treptow) – Sachmittel zur Ausstattung von Inszenierungen des KungerKiezTheaters;
  • Creative office e.V. (Friedrichshain) – Zuschuss zu den Miet- und Honorarkosten bei der Etablierung von Projekträumen sowie für Weiterbildungsangebote für Filmleute.

Im Rahmen ihrer operativen Tätigkeit konzipierte und etablierte die Stiftung Pfefferwerk mit finanzieller Unterstützung der Stiftung des PARITÄTERs in Haus 13 auf dem Pfefferberg die Veranstaltungsreihe „RESONANZEN – Internationale Klänge“. Bei den fünf, thematisch jeweils unterschiedlichen Veranstaltungen präsentierten sich insgesamt 58 Musiker/innen mit Wurzeln in 25 verschiedenen Ländern rund um den Globus. Darunter waren fünf mit aktueller Fluchterfahrung (Syrien).

Darüber hinaus arbeitete die Stiftung Pfefferwerk im Projektbeirat des Projekts „Beruflicher Ein- und Wiedereinstieg von Frauen“ mit, das die WeTeK Berlin gGmbH realisierte. Eine wichtige Zielgruppe waren Künstler/innen bzw. Frauen in kreativen Berufen. Dieses mehrjährige Projekt, das wesentlich aus dem Programm Partnerschaft – Entwicklung –Beschäftigung finanziert war, erhielt 2015 auch nochmals Kofinanzierungsmittel.

6. Völkerverständigung

Im Berichtszeitraum vergab die Stiftung Pfefferwerk im Rahmen dieses Stiftungszwecks Projektzuschüsse an drei gemeinnützige Träger:

  • Aedes Network Campus gGmbH (Prenzlauer Berg) – Personalkostenzuschuss für die Koordination des internationalen Studentenaustauschprogramms auf dem Pfefferberg;
  • Wagenburg Schwarzer Kanal e.V. (Neukölln) – Materialkostenzuschuss für das internationale FLTI-Baucamp mit mehr als 40 Teilnehmer*innen aus Deutschland und Frankreich in handwerklicher Ausbildung oder im Handwerk beschäftigt;
  • SONED e.V. (Friedrichshain) - Kofinanzierung des Bildungsprogramms "Gewusst wie! Gemeinsam nachhaltige Entwicklung reflektieren und praktizieren".

Seit November 2015 beteiligt sich die Stiftung Pfefferwerk gemeinsam mit Partnerorganisationen in Belgien und Italien an dem aus dem Programm ERASMUS+ geförderten Projekt „Minorities Education through Arts“ (META), das auf die Integration von Minderheiten durch kulturelle Bildung an Schulen abzielt.

Die Stiftung Pfefferwerk war auf der Generalversammlung von REVES im Juni in Brüssel und auf einer Konferenz zu Fragen von Sozialwirtschaft und Beschäftigung im November in Paris vertreten.