pfefferberg

Über uns

Die Stiftung Pfefferwerk wurde 1999 gegründet und im Mai 2000 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts durch die Senatsverwaltung für Justiz des Landes Berlin staatlich anerkannt.

Stiftungsvermögen ist die Immobilie Pfefferberg, die Pachteinnahmen aus der ehemaligen Brauerei im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg bilden die wesentliche finanzielle Basis der Arbeit. Darüber hinaus werden Drittmittel und Spenden eingeworben (dabei gibt es keine Zuwender, die mehr als zehn Prozent der Einnahmen zur Verfügung stellen).

Auf dieser Grundlage können eigene Vorhaben durchgeführt sowie in wachsendem Maße Initiativen und Projekte anderer gemeinnütziger Träger unterstützt werden, die im Rahmen der Förderbereiche der Stiftung tätig sind. Weitere Voraussetzung für eine Zuwendung ist, dass diese Projekte neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen oder am Arbeitsmarkt Benachteiligten den Einstieg ins Erwerbsleben erleichtern.

Die Stiftung Pfefferwerk hat sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen. Über uns enthält deshalb auch alle diesbezüglich geforderten Informationen.

Die Stiftung Pfefferwerk ist alleinige Gesellschafterin der
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH. Sie ist Mitglied im Deutschen PARITÄTischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., im Bundesverband Deutscher Stiftungen sowie von REVES, dem Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie mit Sitz in Brüssel.

Die Gemeinnützigkeit der Stiftung Pfefferwerk wurde vom Finanzamt für Körperschaften I Berlin zuletzt mit Schreiben vom 23. Mai 2016 für das Geschäftsjahr 2014 bestätigt.

Jahresbericht 2014

Bericht über die Tätigkeit der Stiftung Pfefferwerk im Jahr 2014

Vorbemerkungen

Im 15. Jahr ihres Bestehens, das am 11. Dezember 2014 mit rund 150 Gästen (darunter Bundestagspräsident a.D. Dr. Wolfgang Thierse) feierlich begangen wurde, konnte die Stiftung Pfefferwerk auf solider finanzieller Basis agieren. Gemäß Verfassung verwirklichte sie ihre Stiftungszwecke fördernd und operativ. Auf Beschluss der Stiftungsorgane bildeten weiterhin die beiden Stiftungszwecke berufliche Bildung und Volksbildung sowie generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit die Schwerpunkte. Die Tätigkeit erfolgte auf der Grundlage der im Jahr 2000 genehmigten Verfassung und nachfolgender Änderungen mit Stand von November 2010 und den gültigen Geschäftsordnungen von Stiftungsrat und Vorstand ebenfalls aus dem Jahr 2000.

Die Verwirklichung aller sechs Stiftungszwecke erfolgte 2014 insbesondere durch Zuwendungen an gemeinnützige Träger sowie an bedürftige Einzelpersonen. Aus eigenen Mitteln vergab die Stiftung Pfefferwerk für 58 Projekte gemeinnütziger Träger in Berlin und an 26 bedürftige Einzelpersonen bzw. ihre Familien Förderungen und Zuschüsse von mehr als 206.000 Euro. Dies fand auf der Basis der Grundsätze der Förderung und der Förderrichtlinien in der jeweils am 26. September 2011 verabschiedeten Fassung statt. Darüber hinaus wurden an 90 Bedürftige 4.879,90 Euro aus dem Programm „KinderZukunft“ der Stiftung PARITÄT des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. gemäß Vorgaben des Zuwendungsgebers ausgereicht.

Des Weiteren wandte die Stiftung Pfefferwerk finanzielle Mittel für Personal- und Sachkosten zur Durchführung operativer Aktivitäten auf. Darüber hinaus floss ehrenamtliches Engagement in die Verwirklichung der Stiftungsziele.

2014 stellte die Stiftung Pfefferwerk ihre Ressourcen und Handlungsoptionen auf den Prüfstand und entschied sich in der Folge für eine – vorerst befristete – Ausweitung der operativen Aktivitäten. Mit dem erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb „Mit Deiner Idee geht mehr!“ vollzog sie einen ersten konkreten Schritt, das erreichte Niveau an Förderung inhaltlich wieder stärker durch eigene Aktivitäten zu ergänzen, also im Rahmen der Stiftungszwecke bedarfsorientiert selbst Schwerpunkte zu setzen, eigene Vorhaben zu entwickeln und zu realisieren. Dieser Zielsetzung folgt auch die – vorerst befristete - personelle Aufstockung in der Geschäftsstelle ab 1.11.2014.

 

Administration

1. Organe der Stiftung

1.1. Stiftungsrat

Der Stiftungsrat war ehrenamtlich tätig. Im Berichtszeitraum kam er zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen. Darüber hinaus fanden weitere Gespräche einzelner Mitglieder des Rates, insbesondere der Vorsitzenden des Stiftungsrates, mit Vorstandsmitgliedern statt. Im Zeitraum vom 12.5. bis 12.8.2014 wurden keine Beschlüsse gefasst.

Dem Stiftungsrat gehörten im Jahr 2014 folgende Mitglieder an:

  • Claudia Nier (Architektin)

- Vorsitzende des Stiftungsrates;

  • Reinhard Kraetzer (Abteilungsleiter, Bezirksbürgermeister a.D.);

- stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates

  • Christine Keil (Bezirksstadträtin);
  • RA Norbert Ellermann (Steuerberater);
  • Bernd Felgendreher (Journalist), bis 12. Mai 2014
  • Wolfgang Barnick (Kulturmanager), ab 12. August 2014.

 

1.2. Vorstand

Die Geschäftsstelle des geschäftsführenden Vorstand befand sich 2014 im Haus 10 auf dem Pfefferberg (Schönhauser Allee 176/Christinenstraße 18-19). Den Vorstand bildeten  Margitta Haertel, Vorsitzende des Vorstands, und Günther Öchsner, die sich regelmäßig und kontinuierlich zu den anstehenden Fragen und Aufgaben abstimmten.

 

2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Personal-, Sach- und Projektausgaben der Stiftung Pfefferwerk wurden im Berichtszeitraum fast vollständig aus den laufenden Erbpachteinnahmen finanziert.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen versetzten die Stiftung Pfefferwerk in die Lage, die Fördertätigkeit nochmals weiter auszubauen. Die Haushaltsansätze für die Tätigkeitsbereiche der Stiftung waren entsprechend geplant, die Personalkosten für die Stiftungsverwaltung verblieben auf niedrigem Niveau.

 

Vermögensverwaltung

2.1. Immobilie Pfefferberg

Der Zufluss an Mitteln aus Erbpacht gemäß Stundungs- und bedingtem Erlassvertrag vom 31. Juli 2004 erfolgte 2014 im Wesentlichen kontinuierlich und lag im Gesamtergebnis über den Beträgen des Vorjahres. In Erfüllung bestehender Verträge setzten sich die Einnahmen aus Erbpachtzahlungen der einzelnen Teilerbbaurechtsnehmer des Pfefferberg-Geländes sowie der ursprünglich alleinigen Pächterin, der Pfefferberg Entwicklungs GmbH & Co. KG, zusammen.

 

2.2. Beteiligungen

Die Stiftung Pfefferwerk hält durch Zustiftung seit 2002 alle Gesellschafteranteile an der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH - gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft weist im Jahr 2014 ein positives Ergebnis aus.

Im Rahmen der Vermögensverwaltung führte der Vorstand mit der kommissarischen Geschäftsführung vier Gesellschafterversammlungen durch. Es bestand ein regelmäßiger Konsultationsprozess zwischen beiden Organen.

Vertreter des Gesellschafters waren punktuell in den gemeinsam mit der Geschäftsleitung initiierten Prozess „StadtKULTUR 2020“ zur konzeptionellen und strukturellen Weiterentwicklung der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH eingebunden, den eine Organisationsberatungsgesellschaft begleitet.

 

3. Mitgliedschaften

Die Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., im Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie (REVES) sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. wurden 2014 fortgeführt.

Die Vorstandsvorsitzende M. Haertel wurde für die Stiftung Pfefferwerk im November 2014 in den Wahlausschuss des Landesverbandes des DPWV gewählt.

 

Operative und fördernde Tätigkeit

Gemäß ihrer Verfassung ist die Stiftung Pfefferwerk sowohl fördernd als auch operativ in den Bereichen Umweltschutz, Denkmalschutz, berufliche Bildung und Volksbildung, generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke gemäß § 53 Abgabenordnung), Kultur und Völkerverständigung tätig. Sie verbindet das mit dem Anspruch, die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze zu befördern, arbeitsmarktpolitische Aktivitäten zu unterstützen und/oder die Chancen Benachteiligter auf eine Integration in das Erwerbsleben zu verbessern. Den Rahmen für die Fördertätigkeit 2014 bildeten die Grundsätze der Förderung und die Förderrichtlinien jeweils in der Fassung vom 26. September 2011.

Im Zuge der operativen Arbeit war M. Haertel auf der Grundlage eines Beschlusses von sozialen und genossenschaftlichen Unternehmen des Bezirks auch 2014 Mitglied der Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit Pankow.

 

1. Umweltschutz

Die Naturschutzstation Malchow im Bezirk Lichtenberg ist seit Jahren beliebter Anlaufpunkt für Menschen jeden Alters, die sich für stadtnahe Flora und Fauna sowie Fragen des Umweltschutzes interessieren. Um die Infrastruktur für die Bildungsangebote zu verbessern, hat der gemeinnützige Trägerverein mit dem Um- und Ausbau seiner Räumlichkeiten begonnen. Die Stiftung Pfefferwerk vergab einen Zuschuss für Ausstattungskosten.

Die pro futura gGmbH erhielt von der Stiftung Pfefferwerk auch 2014 eine Zuwendung für die Anschaffung von Sachmitteln für ein Projekt zur Wiedervernässung von Feuchtbiotopen im Bezirk Pankow. In der MAE waren bis zu 19 Langzeitarbeitslose bzw. Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen tätig.

Der gemeinnützige Verein Technische Jugendbildung in Praxis e.V. baut u.a. unterstützt von Teilnehmer/innen in Beschäftigungsmaßnahmen und Auszubildenden des OSZ Bautechnik in Spandau das ehemalige Heizhaus einer Köpenicker Schule zu einem „Lernlabor Energie“ aus, das als Standort für Umweltbildung mit berufsorientierenden Angeboten entwickelt wird. Die Stiftung Pfefferwerk vergab 2014 einen Zuschuss für Ausstattungskosten.

An dem von der Stiftung Pfefferwerk ausgeschriebenen Wettbewerb „Mit Deiner Idee geht mehr!“ beteiligten sich Jugendliche der Jugendfreizeiteinrichtung DIMI der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH mit dem Vorhaben, die Flächen im Umfeld ihrer Einrichtung gärtnerisch zu gestalten. Das Projekt „ÖkoGangster“ erhielt einen Zuschuss für Sachkosten.

 

2. Denkmalschutz

Der gemeinnützige Verein zur Förderung des Nachwuchses im Bau- und Holzgewerbe e.V. realisierte mit 18 auszubildenden Tischler/innen des Oberstufenzentrums Bautechnik in Spandau während eines dreiwöchigen Aufenthaltes denkmalpflegerische Aufgaben im ehemaligen KZ Mauthausen, sie führten Restaurierungsarbeiten an Fenstern und Türen aus. Die Stiftung Pfefferwerk stellte Kofinanzierungsmittel zur Verfügung.

U.a. mit einem Zuschuss von der Stiftung Pfefferwerk organisierte der gemeinnützige Verein Denk mal an Berlin e.V. mit Kindern und Jugendlichen in acht Berliner Bezirken Workshops und andere Veranstaltungen im Kontext des Tages des Offenen Denkmals.

Zum Tag des offenen Denkmals 2014 fand auf dem Pfefferberg eine Führung statt. Dabei informierten sich rund 30 Personen über die Historie und die aktuelle Entwicklung. Darüber hinaus führte die Stiftung Pfefferwerk im Verlauf des Jahres mehrere Gruppen, darunter Student/innen, über das Areal.

 

3. Berufliche Bildung und Volksbildung

Auf Beschluss der Stiftungsgremien lag dieser Stiftungszweck 2014 wiederum besonders im Fokus der Stiftungsarbeit. Im Berichtszeitraum wurden Zuwendungen von mehr als 88.000 € für die Realisierung von 29 Projekten ausgereicht.

Einen Hauptschwerpunkt dabei bildeten Angebote der Berufsorientierung insbesondere für benachteiligte Jugendliche. In dem Kontext initiierte die Stiftung Pfefferwerk den Wettbewerb „Mit Deiner Idee geht mehr!“. Von den dabei angesprochenen Pankower Jugendlichen beteiligten sich daran vor allem Schüler/innen und reichten konkrete Projektvorschläge zur Mitgestaltung des Lern- und Lebensumfeldes ein. Die Preisverleihung fand am 10. April 2014 im Rahmen der 5. Berliner Stiftungswoche mit über 80 Teilnehmenden auf dem Pfefferberg statt. Da sich die Stiftung Pfefferwerk vor dem Hintergrund des Wettbewerbsmottos im Vorfeld letztlich dafür entschieden hatte, allen Beteiligten einen Zuschuss für die Umsetzung ihrer Vorhaben zu gewähren, erklärte sie alle zu Gewinnern und stellte jeweils den gemeinnützigen Fördervereinen der Schulen Zuwendungen für Sachmittel zur Verfügung:

  • Förderverein der Janusz-Korszak-Oberschule Pankow e.V. für den Bau eines JAUSEECKS auf dem Schulhof,
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH für den Bau von Sitzgelegenheiten im Schulhof der Reinhold-Burger-Schule,
  • Förderverein der Panke-Schule Berlin Pankow e.V. für den Bau eines Klettergartens,
  • Förderverein der Kurt-Tucholsky-Oberschule Berlin-Pankow e.V. für den Ausbau eines Skulpturengartens,
  • Schulverein Rosa-Luxemburg-Gymnasium e.V. für den Ausbau der wissenschaftlichen Bibliothek,
  • Bötzow 11: Künstlerische Werkstätten in der Schule e.V. für die Gestaltung der Außenfassade des Schülerclubs,
  • Förderverein Hagenbeck – Oberschule e.V. zum Bau eines mobilen Zauns für den Schulzoo.

Über den Wettbewerb hinaus erhielten weitere Projekte zur Unterstützung der beruflichen Orientierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen 2014 eine Zuwendung von der Stiftung Pfefferwerk.

Ein wesentlicher Teil davon fand in der Trägerschaft gemeinnütziger Vereine an bzw. in Kooperation mit Schulen statt:

  • Die WeTek Berlin gGmbH erhielt eine Zuwendung für Honorarmittel für die Durchführung von zwei mehrtätigen Werkstatttagen zur Potenzialanalyse von benachteiligten Jugendlichen an Integrierten Sekundarschulen in Treptow.
  • Der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH wurden Kofinanzierungsmittel für das Patenschaftsprojekt „Ein Tag im Leben von ...“ zur Verfügung gestellt, bei dem Jugendliche an einem Tag eines Berufstätigen teilhaben.
  • Dem Förderverein Platanus & Friends e.V. gewährte die Stiftung Pfefferwerk eine Zuwendung für Sachkosten und Fremdleistungen aus zur Umsetzung des Projekts "Grünes Klassenzimmer" mit Jugendlichen im Schulhof der Pankower Platanus Schule.
  • Mitspielgelegenheit e.V., ein im Bezirk Mitte ansässiger Träger, erhielt eine Anteilsfinanzierung zur Unterstützung berufsorientierender Angebote im Rahmen des generationsübergreifenden Theaterprojekts "Ent-Scheidungen", realisiert mit Schüler/innen der Fritz-Kühn-Schule.

Darüber hinaus reichte die Stiftung Pfefferwerk 2014 Zuschüsse für Beratungs- und Praxisprojekte der beruflichen Orientierung von zumeist benachteiligten Jugendlichen aus, die im Freizeitbereich angesiedelt waren:

  • an die ASB Kinder- und Jugendhilfe gGmbH - für das Kiezmobil Marzahn, das auf Straßen und Plätzen den direkten Kontakt zu Jugendlichen herstellt und beratend tätig wird;
  • an die WeTeK Berlin gGmbH - für das Jugendmediencamp Peer³ mit Teilnehmer/innen aus Prenzlauer Berg;
  • an den gemeinnützigen Verein Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. - für “Jugend hackt”, einen mehrtägigen Workshop für Programmiertalente;
  • an den gemeinnützigen Verein Berufsbildungswerk Bekleidung e.V. - für die Weiterführung der Mädchenfahrradwerkstatt in einem Kreuzberger Mädchentreff;
  • an den gemeinnützigen Verein Initiative Grenzenlos! e.V. in Moabit - für die Durchführung eines berufsorientierenden Coachings im JugendTheaterBüro Berlin;
  • an den gemeinnützigen Verein für soziale Beratung Wendepunkt e.V. in Lichtenrade – für das Projekt „Hexperten 2.0“, ein mehrmonatiges Qualifizierungs- und Beratungsprojekt für benachteiligte Jugendliche, die das JobCenter vermittelte.

Einen weiteren Schwerpunkt in der Fördertätigkeit der Stiftung Pfefferwerk bildeten Angebote zur gezielten Unterstützung leistungsschwächerer Schüler/innen, vor allem mit Migrationshintergrund. Zuwendungen dafür erhielten 2014 folgende gemeinnützige Träger:

  • FORUM Kreuzberg e.V. (Kreuzberg) – zur Weiterführung der Hausaufgabenhilfe im Schülerclub „Aladdin“;
  • Multikulturelles Jugend- und Informationszentrum e.V. (Charlottenburg) – zur Weiterführung der Hausaufgabenhilfe;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH – für die Startphase der neu konzipierten temporären Lerngruppe „Rückenwind“ an der Röntgen-Schule Neukölln;
  • Förderverein der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule e.V. (Prenzlauer Berg) – zur Durchführung einer Lerngruppe;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Pankow) – für ein bewegungsorientiertes Zusatzangebot in der Integrierten Tagesgruppe.

Um auch Erwachsenen mit Migrationshintergrund, insbesondere Frauen, den Zugang in das Erwerbsleben zu erleichtern, stellte die Stiftung Pfefferwerk im Berichtszeitraum den nachfolgend genannten gemeinnützigen Trägern Zuschüsse für Konzepte und Projekte zur Verfügung, die darauf abzielten, einen formalen Abschluss zu erwerben oder aber Kompetenzen und Kenntnisse zu verbessern:

  • WeTeK Berlin gGmbH (Wedding) – Anschubfinanzierung für die noch nicht staatlich finanzierte Erzieher/innenfachschule, an der vorwiegend Frauen mit Migrationshintergrund lernen und einen Berufsabschluss erwerben;
  • Fördern durch Spielmittel e.V. (Prenzlauer Berg) – anteilige Übernahme der Ausbildungsvergütung bei der beruflichen Ausbildung einer Benachteiligten;
  • Joliba e.V. (Kreuzberg) – Zuwendung für das Projekt EXISTA, das niedrigschwellige modulare Bildungsangebote für Menschen mit afrikanischen Wurzeln beinhaltet;
  • Haus der Begegnung M3 e.V. (Marzahn) - Zuwendung für die Begleitung berufsorientierender Praktika von Menschen mit Migrationshintergrund (darunter Roma) im Haus der Begegnung M3;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH – Vorlaufkosten für die Etablierung einer Bürgerschule im Stadtteil Wedding;
  • Offene Tür für Menschen aller Welt e.V. - für Deutschkursen für Menschen mit Migrationshintergrund, auch Flüchtlinge, an Standorten in Tiergarten und Wedding;
  • alterNation e.V. (Friedrichshain) - für Bildungsangebote im Rahmen des mehrgliedrigen Filmfestivals Parallele Kreuzungen.

Im Zuge der operativen Arbeit führte die Stiftung Pfefferwerk 2014 neben dem genannten Wettbewerb regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Themenbereich Pfefferberg – Pfefferwerk durch. Zu den Interessierten zählten u.a. Teilnehmer/innen an Fortbildungskursen, Gäste aus dem Ausland und kommunale Entscheidungsträger.

 

4. Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit

Auch 2014 bildete die generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit den zweiten Schwerpunktbereich der Stiftungsarbeit. Das spiegelte sich in der Höhe der ausgereichten Fördermittel wider: für 16 Projekte wurden Zuschüsse von insgesamt fast 63.000 € bewilligt.

4.1      Kinder- und Jugendhilfe

Die Stiftung Pfefferwerk unterstützte an mehreren Standorten mit Zuwendungen Neugründungen von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in freigemeinnütziger Trägerschaft in der Stadt, die einen besonderen konzeptionellen Schwerpunkt verfolgen:

  • Bildung bewegt e.V. – Starthilfe für die Etablierung der bilingualen Kindertagesstätte „Bildungshaus“ (deutsch – spanisch) in Lichtenberg;
  • L'Aquarium e.V. (Neukölln) - Kücheneinrichtung für die Etablierung einer deutsch-französischen Kindertagesstätte;
  • MIKA e.V. (Pankow) – Zuschuss zu den Vorlaufkosten für die Etablierung einer musikorientierten Kita „Schatzkiste“ in Niederschönhausen;
  • Das Haus Begegnungsstätte für Kindheit e.V. (Friedrichshain) – Anschubfinanzierung für die Neugründung einer Kindertagesstätte, angebunden an ein Familienzentrum.
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH – Personalmittel für das Pilotprojekt „Gesunde Kita“.

Im Rahmen dieses Stiftungszweckes vergab die Stiftung Pfefferwerk 2014 des Weiteren Zuwendungen für Projekte, bei denen Jugendliche im Mittelpunkt der Arbeit standen. Diese Projekte waren in der politischen Jugendbildung und im Freizeitbereich angesiedelt.

  • Die gemeinnützige Antonio Amadeu Stiftung Initiative für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur erhielt einen Zuschuss zu dem aus Bundesmitteln finanzierten Projekt ju:an „Einrichtungsspezifische Strategien zur sozialraumorientierten Bearbeitung von Antisemitismus in der Jugendarbeit“, durchgeführt in Kooperation mit mehreren Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen und Jugendämtern;
  • Der gemeinnützige Verein Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. erhielt einen Zuschuss zur Unterstützung der Kofinanzierung des XENOS-Projekts "Der Vielfalt gerecht werden - Diversity in Ausbildung und Beruf", realisiert in Zusammenarbeit u.a. mit mehreren Berliner Einrichtungen der Berufsbildung;
  • Der ebenfalls in Kreuzberg ansässige gemeinnützige Verein Wassertor e.V. erhielt eine Zuwendung zur Finanzierung von Personalmitteln im Projekt „ZukunftsRaum“, das Angebote und zusätzliche Räume für benachteiligte Jugendliche bietet;
  • Dem gemeinnützigen Verein Agentur für soziale Perspektive e.V. in Kreuzberg wurde ein Zuschuss als Kofinanzierung für das von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie geförderte Projekt "Bildungsmodule zu Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen" gewährt.

Im Rahmen der operativen Aktivitäten zur Erfüllung des Stiftungszwecks arbeitete die Stiftung Pfefferwerk u.a. im Beirat des Projekts „Der Vielfalt gerecht werden – Diversity in Ausbildung und Beruf“ mit.

4.2      Wohlfahrtspflege

Die von der Stiftung Pfefferwerk 2014 in diesem Kontext geförderten Projekte zielten darauf ab, Angebote für Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergund, für Obdachlose sowie für Blinde zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten folgende gemeinnützige Träger einen Zuschuss für die nachstehend genannten Projekte:

  • Verein zur Förderung der interkulturellen Jugendarbeit e.V. JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische Straße 27 (Kreuzberg) – Kofinanzierung des CUCULA Education-Lab, Refugees Company for Crafts and Design, ein Bildungs- und Nachbarschaftsangebot für Flüchtlinge;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH – Kofinanzierung des Projekts Netzwerk Engagement lernen in Pankow – Grundschulen lernen Engagement;
  • Ayekoo arbeit und ausbildung e.V. (Wilmersdorf) – Honorar- und Sachmittel für Jobcoaching-Angebote für gut qualifizierte Migrant/innen aus Lateinamerika und Afrika insbesondere in Pankow und Schöneberg;
  • Kreativhaus e.V. (Mitte) – Mietzuschuss zur Sicherung der Infrastruktur für soziale Angebote im Heinrich-Heine-Viertel, die mit Projekten der Arbeitsmarktförderung durchgeführt werden und zumeist Migrantinnen und ihren Familien zugutekommen;
  • VskA Gemeinnützige Gesellschaft für sozial – kulturelle Arbeit mbH – Honorar- und Sachmittel zur Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit der berlinweit angelegten „Obdachlosen-Uni Berlin“.
  • mob e.V. Obdachlose machen mobil (Prenzlauer Berg) - Mietkostenzuschuss für Räumlichkeiten, in denen der Verein unterstützt durch Personal vom 2. Arbeitsmarkt Angebote für sozial Schwache betreibt bzw. vorhält;
  • ZIK – zuhause Im Kiez gGmbH (Tiergarten) – Kofinanzierung des Eigenanteils für das von Aktion Mensch geförderte Projekt Bildbeschreibungsblog für Blinde, der blinden Menschen einen besseren Zugang zu Bildung und Kunst ermöglichen soll.

4.3      Mildtätige Zwecke

Auf der Grundlage einer Zuwendung der Stiftung PARITÄT des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. reichte die Stiftung Pfefferwerk auch 2014 die Mittel aus dem Programm „KinderZukunft“ für den Bezirk Pankow aus. 90 Kinder aus bedürftigen Familien kamen in den Genuss einer Einzelhilfe oder eines mehrmonatigen Kinderstipendiums im Gesamtumfang von 4.879,90 €.

Aus ihren eigenen Mitteln unterstützte die Stiftung Pfefferwerk 2014 drei junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine staatliche Unterstützung erhalten, bei der Finanzierung der Kosten für ihre berufliche Ausbildung. Einer davon, ein alleinerziehender Vater, beendete erfolgreich die dreijährige Erzieherausbildung.

23 bedürftige Kinder, Jugendliche bzw. ihre Familien erhielten jeweils einen kleinen Zuschuss, so bei der Finanzierung des Eigenanteils für Bildungs- und Freizeitangebote.

5. Kultur

Im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz betreibt die Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH die Galerie F92. Die Stiftung Pfefferwerk gewährte für den 2014 neu entwickelten Veranstaltungszyklus „x + friends“ Wir, Künstler/innen und Nachbarn der Galerie F92“ mit jungen Künstler/innen im Mittelpunkt eine Zuwendung für Personal- und Sachmittel.

Die neugegründete Pfefferberg Theater gGmbH, die keine öffentliche Förderung erhält, übernahm im Frühjahr 2014 in Eigenregie das 2013 eröffnete Theater auf dem Pfefferberg. Die Stiftung Pfefferwerk stellte einen Zuschuss zu den Mietkosten zur Verfügung.

Der gemeinnützige WerkStadt Kulturverein Berlin e.V. in Neukölln fördert mit seinen Aktivitäten junge Bildende Künstler/innen. Die Stiftung Pfefferwerk bewilligte 2014 erneut eine Zuwendung, um die Ausstellungs- und Veranstaltungstätigkeit in den Vereinsräumen zu unterstützen.

In Trägerschaft des gemeinnützigen KunstStoffe e.V. arbeiten junge Künstler/innen an der Neuaufführung der „Maßnahme“ von B. Brecht und H. Eisler Ende 2015. Daran sollen ca. 300 Teilnehmer/innen unterschiedlicher Altersgruppen, darunter Künstler/innen in prekären Verhältnissen, mitwirken. Die Stiftung Pfefferwerk stellte Vorlaufkosten zur Verfügung.

Finanziert mit Mitteln des Programms „Partnerschaft, Entwicklung, Beschäftigung“ realisiert die WeTeK Berlin gGmbH seit 2012 das Projekt „Beruflicher Ein- und Wiedereinstieg von Frauen“, das an die Ergebnisse des von 2009 bis 2012 durchgeführten LEONARDO-Projekts „Shared Enterprises for Cultural Employment in Europe“ anknüpft, an dem sich die Stiftung Pfefferwerk beteiligt hatte. Zielgruppe sind u.a. Künstler/innen bzw. Frauen in kreativen Berufen. Die Stiftung Pfefferwerk stellte auch 2014 Kofinanzierungsmittel zur Verfügung.

Operativ beteiligte sie sich am Projektbeirat des Projekts.

 

6. Völkerverständigung

Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Afrique Soleil e.V. haben sich die Aufgabe gestellt, insbesondere junge Menschen in Berlin mehr Kenntnisse über Afrika zu vermitteln und so zu einem besseren Zusammenleben in der Stadt beizutragen. Die Stiftung Pfefferwerk vergab einen Zuschuss für einen Workshopzyklus „Buntes Afrika“ an der ISS Hector Peterson in Kreuzberg.

Eine Förderung reichte die Stiftung Pfefferwerk 2014 nochmals an den gemeinnützigen Verein LOK e.V. in Kreuzberg aus. Diese bildete die Kofinanzierung zu den Mitteln aus dem LEONARDO-Programm geförderten Projekt PACTES, an dem sich auch Partner aus Frankreich, Spanien und Belgien beteiligten. Ziel war es, das Konzept der Sozialwirtschaft für die Gründungsberatung der Organisation besser zu erschließen.

Im operativen Bereich nahm die Stiftung Pfefferwerk an einem zweitägigen internationalen Seminar in Berlin ein, das dem Ziel diente, transnationale Projektideen in der Sozialökonomie zu entwickeln. Sie war auch auf dem 2. Treffen des Europäischen Fundraisingnetzwerks in Göteborg/Schweden vertreten und betrieb nachfolgend den Transfer von Projektideen nach Berlin.

Im Kontext der Mitgliedschaft bei REVES, des Europäischen Netzwerks der Städte und Regionen für Sozialökonomie mit Sitz in Brüssel kamen weitere Aktivitäten zustande oder sich entwickelten sich daraus (z.B. Unterstützung des Projektes PACTES).

 

Förderkreis

Seit der Gründung der Stiftung Pfefferwerk bringt sie ihre Ressourcen dafür ein, Vielfalt zu befördern und den sozialen Zusammenhalt im Gemeinwesen zu stärken. Neben den Erbpachtzinsen und Zuwendungen fließen Spenden in die fördernde und operative Arbeit.

Eine neue, zentrale Säule für die Weiterentwicklung der Stiftungsarbeit ist der Förderkreis, dem sich Privatpersonen, Firmen und Institutionen anschließen können.

Die regelmäßigen Spenden bewirken:

die Ausweitung der Fördertätigkeit in Berlin und

den Ausbau des (sozio)kulturellen Engagements der Stiftung Pfefferwerk auf dem Pfefferberg

 

Die Mitglieder im Förderkreis

erhalten vierteljährlich einen Newsletter, der sie über die Stiftungsarbeit auf dem Laufenden hält,

werden zu den Veranstaltungen eingeladen, die die Stiftung Pfefferwerk durchführt,

können auf Wunsch geförderte Projekte und die Akteure vor Ort persönlich kennenlernen,

können sich an der Vergabe eines Preises beteiligen, den der Förderkreis jährlich verleiht.

Wenn auch Sie die Stiftungsarbeit regelmäßig unterstützen möchten, senden Sie uns bitte eine Mail oder füllen einfach den Flyer aus.

Herzlichen Dank

Stiftungszwecke

Gemäß ihrer Verfassung verfolgt die Stiftung Pfefferwerk folgende sechs Stiftungszwecke:

  • Umweltschutz
  • Denkmalschutz
  • berufliche Bildung und Volksbildung
  • generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke)
  • Kultur
  • Völkerverständigung.

 

Organe

Gemäß Verfassung der Stiftung Pfefferwerk führt ein aus zwei Mitgliedern bestehender Vorstand, beide im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses, die Geschäfte der Stiftung.

Dem Stiftungsvorstand gehören an:

  • Margitta Haertel, Vorsitzende des Stiftungsvorstands
  • Karin Scheurich, stellv. Vorsitzende des Stiftungsvorstands

Der ehrenamtlich tätige Stiftungsrat bildet das Aufsichtsgremium und beschließt Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung. 

Dem Stiftungsrat gehören an:

  • Claudia Nier, Architektin, Vorsitzende des Stiftungsrates
  • Reinhard Kraetzer, Bürgermeister a.D., z.Zt. Abteilungsleiter in einem Dienstleistungsunternehmen, stellvertretender Vorsitzender
  • Christine Keil, Bezirksstadträtin Pankow a.D.
  • Norbert Ellermann, Rechtsanwalt und Steuerberater
  • Rayk Barthels, Kaufmann.
Verfassung

Die Verfassung als Download.

Stiftung Pfefferwerk in Zahlen
Stiftung Pfefferwerk Berlin    
       

A. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2015

 
           
          Geschäftsjahr
        Euro Euro
           
1. Umsatzerlöse (Einnahmen aus Erbpacht)   298.969,14
           
2. Sonstige betriebliche Erträge    
  a)   Erträge aus der Auflösung von Sonderposten 46,00  
  b)   sonstige Erträge im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 8.417,27  
  c)   Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 14,34  
  d)   Zuwendungen 7.000,00  
  e)   Spendeneingänge 5.087,20  
  f)   Sonstige Erträge 95,13 20.659,94
           
3. Materialaufwand    
      Aufwendungen für bezogene Leistungen   0,00
           
4. Personalaufwand    
  a)   Löhne und Gehälter 71.273,75  
  b)   Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 16.433,62 87.707,37
5. Abschreibungen    
  a)   auf immatrielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen  94,00  
  b)   auf Forderungen aus Erbpacht 0,00 94,00
           
6. Satzungsgemäße Förderungen    
      Aufwand für Förderungen   207.480,00
           
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   37.912,04
      Projektaufwendungen ohne PK 12.360,61  
           
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   96.649,72
           
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   3,69
           
10. Steuern  vom Einkommen und Ertrag   -199,41
           
11. Jahresüberschuss   83.281,11
           
           

B. Personal- / Beschäftigungsstruktur

Im Jahr 2015 waren die beiden Vorstandsmitglieder mit insgesamt 0,95 VZ fest bei der Stiftung Pfefferwerk angestellt (davon ein Minijob),

Zusätzlich waren eine Mitarbeiterin mit einer Teilzeitstelle (zunächst 55 %, ab 1.11. 65%) sowie projektebezogen ebenfalls ab 1.11.2015 eine weitere Mitarbeiterin auf Minijobbasis beschäftigt.

Diese Beschäftigungsverhältnisse bestehen bis zum 31.3.2017 bzw. 30.4.2018.

Darüber hinaus werden bei Bedarf gelegentlich in geringem Umfang Honoraraufträge vergeben.

Weitere Beschäftigungsverhältnisse bestehen nicht.

C. Bilanz 2015

Bilanz zum 31.12.2015.pdf

Jahresbericht 2015

Vorbemerkungen

Im Berichtszeitraum konnte die Stiftung Pfefferwerk ihre Tätigkeit nochmals weiter ausbauen. Auch im Jahr 2015 verwirklichte sie gemäß Verfassung ihre Stiftungszwecke fördernd und operativ. Schwerpunkte bildeten auf Beschluss der Stiftungsorgane erneut die beiden Stiftungszwecke berufliche Bildung und Volksbildung sowie generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit. Die Tätigkeit erfolgte auf der Grundlage der im Jahr 2000 genehmigten Verfassung und nachfolgender Änderungen mit Stand von November 2010 und den gültigen Geschäftsordnungen von Stiftungsrat und Vorstand aus dem Jahr 2000.

Die sechs Stiftungszwecke wurden auch 2015 vorrangig durch projektbezogene Zuwendungen an gemeinnützige Träger in Berlin erfüllt. Aus eigenen Mitteln bewilligte die Stiftung Pfefferwerk für 67 Projekte und 17 bedürftige Einzelpersonen bzw. ihre Familien Förderungen und Zuschüsse von fast 210.000 Euro, wovon insgesamt 207.480,00 Euro auch ausgereicht wurden. Das erfolgte auf der Basis der Grundsätze der Förderung und der Förderrichtlinien in der jeweils am 26. September 2011 verabschiedeten Fassung. Darüber hinaus wurden 4.126,00 Euro aus dem Programm „KinderZukunft“ der Stiftung PARITÄT des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. für den Bezirk Pankow gemäß Vorgaben des Zuwendungsgebers an 70 bedürftige Familien weitergereicht.

Zusätzlich zu den genannten Beträgen wendete die Stiftung Pfefferwerk finanzielle Mittel für Personal- und Sachkosten für operative Aktivitäten auf, die ebenfalls zur Verwirklichung der Stiftungszwecke beitrugen. Dabei richtete die Stiftung Pfefferwerk im Jahr 2015 den Fokus auf den Standort Pfefferberg und dessen Potentiale für soziokulturelle Angebote. Erklärtes Anliegen war, auf dem „eigenen“ Gelände mehr Aktivitäten im Kontext der Ziele und für/mit den Zielgruppen der Stiftung zu initiieren. Dafür erfolgte auch eine – vorerst befristete - personelle Aufstockung in der Geschäftsstelle. Zudem floss ehrenamtliches Engagement in die Erfüllung der Stiftungsziele.

 

Administration

1. Organe der Stiftung

1.1.Stiftungsrat

Der Stiftungsrat war ehrenamtlich tätig. Im Berichtszeitraum kam er zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen, wobei im Rahmen der Sitzung am 30.11.2015 die Bestellung der Mitglieder des Stiftungsrates für die Amtsperiode 2015 – 2018 vorgenommen wurde. Darüber hinaus fanden bei Bedarf weitere Gespräche einzelner Mitglieder des Rates, insbesondere der Vorsitzenden des Stiftungsrates, mit Vorstandsmitgliedern statt, um die Entwicklung der Stiftung kontinuierlich zu begleiten und zu beaufsichtigen.

Dem Stiftungsrat gehörten im Jahr 2015 folgende Mitglieder an:

  • Claudia Nier (Architektin)

- Vorsitzende des Stiftungsrates;

  • Reinhard Kraetzer (Abteilungsleiter, Bezirksbürgermeister a.D.)

- stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates;

  • Christine Keil (Bezirksstadträtin);
  • RA Norbert Ellermann (Steuerberater);
  • Wolfgang Barnick (Kulturmanager) bis 30.11.2015;
  • Rayk Barthels (Betriebswirtschaftler) ab 30.11.2015.

1.2.Vorstand

Die Geschäftsstelle des geschäftsführenden Vorstand befand sich 2015 im Haus 10 auf dem Pfefferberg (Schönhauser Allee 176/Christinenstraße 18-19). Den Vorstand bildeten Margitta Haertel, Vorsitzende des Vorstands, und als stellvertretender Vorsitzender bis zum 30.09.2015 Günther Öchsner, als er altersbedingt ausschied. Ihm folgte in dieser Funktion auf Beschluss des Stiftungsrates ab dem 01.10.2015 Karin Scheurich. Der Vorstand stimmte sich regelmäßig und kontinuierlich zu den anstehenden Fragen und Aufgaben ab.

 

2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Personal-, Sach- und Projektausgaben der Stiftung Pfefferwerk wurden im Berichtszeitraum überwiegend aus den laufenden Erbpachteinnahmen finanziert. Darüber hinaus wurden projektbezogen über Anträge Zuwendungen und durch Aktionen sowie einen Förderkreis einige Spenden eingeworben.

Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Stiftung Pfefferwerk ermöglichten, die Aktivitäten zur Verwirklichung der Stiftungszwecke 2015 weiter auszubauen. Die Haushaltsansätze für die Tätigkeitsbereiche der Stiftung wurden entsprechend geplant, die Personalkosten für die Stiftungsverwaltung verblieben auf niedrigem Niveau.

Vermögensverwaltung

2.1. Immobilie Pfefferberg

Der Zufluss an Mitteln aus Erbpacht gemäß den Festlegungen des Stundungs- und bedingten Erlassvertrages vom 31. Juli 2004 erfolgte 2015 kontinuierlich. In Erfüllung bestehender Verträge setzten sich die Einnahmen aus Erbpachtzahlungen der einzelnen Teilerbbaurechtsnehmer des Pfefferberg-Geländes sowie der Pächterin zusammen.

Das Gesamtergebnis lag über den Beträgen des Vorjahres, resultierend

  • einerseits aus -dauerhaft zu erwartenden- Mehreinnahmen aufgrund von neu entstandenen Ansprüchen (Herstellung eines weiteren Neubaus sowie Überprüfung/Neuberechnung der seit längerem bestehenden Erbbauzinsansprüche auf der Basis der im Zuge der Baumaßnahmen tatsächlich hergestellten Flächen) und
  • andererseits aus einmalig geltend gemachten Nachforderungen im Zusammenhang mit bereits fertiggestellten zusätzlichen Flächen.

2.2. Beteiligungen

Die Stiftung Pfefferwerk hält durch Zustiftung seit 2002 alle Gesellschafteranteile an der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH - gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft weist im Jahr 2015 nach bisherigem Kenntnisstand ein positives Ergebnis aus.

Im Rahmen der Vermögensverwaltung führte der Vorstand mit der bis Ende 2015 kommissarisch agierenden Geschäftsführung vier Gesellschafterversammlungen durch. Es bestand ein regelmäßiger Konsultationsprozess zwischen beiden Organen.

Vertreter/innen des Gesellschafters waren punktuell in den 2013 gemeinsam mit der Geschäftsleitung initiierten Prozess „StadtKULTUR 2020“ zur konzeptionellen und strukturellen Weiterentwicklung der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH eingebunden, den eine Organisationsberatungsgesellschaft begleitete.

3. Mitgliedschaften

Die Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., im Europäischen Netzwerk der Städte und Regionen für Sozialökonomie (REVES) sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. wurden 2015 fortgeführt.

 

Operative und fördernde Tätigkeit

Gemäß ihrer Verfassung ist die Stiftung Pfefferwerk sowohl fördernd als auch operativ in den sechs Stiftungszwecken Umweltschutz, Denkmalschutz, berufliche Bildung und Volksbildung, generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit (darunter Jugendhilfe, Altenhilfe, Wohlfahrtspflege, mildtätige Zwecke gemäß § 53 Abgabenordnung), Kultur und Völkerverständigung tätig und verbindet das mit dem Anspruch, die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze zu befördern, arbeitsmarktpolitische Aktivitäten zu unterstützen und/oder die Chancen Benachteiligter auf Integration in das Erwerbsleben zu verbessern. Den Rahmen für die Fördertätigkeit 2015 bildeten die Grundsätze der Förderung und die Förderrichtlinien in der Fassung vom 26. September 2011.

Im Zuge der operativen Arbeit war M. Haertel auf der Grundlage eines Beschlusses von sozialen und genossenschaftlichen Unternehmen des Bezirks bis November 2015 Mitglied der Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit Pankow.

1. Umweltschutz

Mit den Fördermitteln, die die Stiftung Pfefferwerk im Rahmen dieses Stiftungszwecks den jeweils gemeinnützigen Trägern gewährte, konnten zum einen fünf Projekte realisiert werden, bei denen vorwiegend benachteiligte Menschen (Jugendliche, Geflüchtete, Langzeitarbeitslose) mit Blick auf ihre Lebensumwelt gärtnerisch tätig werden:

  • Luccinas – International network of Art and Science e.V. (Charlottenburg) – Personal- und Sachmittel für das gemeinwesenorientierte Garten- und Begrünungsprojekt ViaVerde Berlin;
  • Über den Tellerrand kochen e.V. (Kreuzberg) - Honorare und Sachmittel für Workshops im Rahmen des integrativen Urban-Gardening-Projekts "Über den Tellerrand wachsen“ mit geflüchteten und beheimateten Teilnehmer/innen;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Aufwandsentschädigung für Jugendliche, die in einer Kriseneinrichtung betreut werden und in ihrer Freizeit Grünflächen der KJFE DIMI pflegen und sich gärtnerisch betätigen;
  • Förderverein der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule e.V. (Prenzlauer Berg) - Sachmittel für das Urban-Gardening-Projekt von FMBeet aus dem Förderprogramm "Mit Deiner Idee geht mehr!";
  • pro futura gGmbH (Prenzlauer Berg) - Zuwendung für die Anschaffung von Sachmitteln für ein Projekt zur Wiedervernässung von Feuchtbiotopen im Bezirk Pankow.

Zum anderen wurden drei Projekte gemeinnütziger Träger bezuschusst, die dem Themenfeld Umweltbildung / -erziehung zuzuordnen waren:

  • Technische Jugendbildung in Praxis e.V. (Grünau) – Zuschuss zur Ausstattung des zu einem „Lernlabor Energie“ umgebauten, ehemaligen Heizhauses an einer Köpenicker Schule aus, das als Standort für Umweltbildung entwickelt wird;
  • Förderverein der Schule an der Strauchwiese e.V. (Pankow) – Sachmittel für das Umweltbildungsprojekt, durchgeführt mit Schüler/innen aus Förderklassen;
  • MURKS? NEIN DANKE! e.V. (Tempelhof) - Mietzuschuss für die Weiterführung des MURKS. Center Berlin und den Ausbau der Bildungsarbeit (Realisierung verschoben).

Im Rahmen der operativen Arbeit unterstützte die Stiftung Pfefferwerk die Vorbereitung und Durchführung des bundesweiten Netzwerktreffens der Reparatur-Initiativen im Oktober auf dem Pfefferberg. In diesem Kontext initiierte sie Überlegungen und Gespräche, die Repair-Café-Idee mit Berufsorientierung an Schulen zu verknüpfen. Diese mündeten in die Entwicklung eines Modellprojekts an der ISS Röntgen-Schule (Neukölln/Treptow) ein.

2. Denkmalschutz

2015 reichte die Stiftung Pfefferwerk Fördermittel an drei gemeinnützige Träger für Projekte aus, die sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Berufsfeld Denkmalpflege beschäftigten:

  • Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V. (bundesweit) – Kofinanzierungsmittel für die Berufsmesse ArchaeWorks³ in Berlin;
  • Verein zur Förderung des Nachwuchses im Bau- und Holzgewerbe e.V. (Spandau) – Kofinanzierung eines dreiwöchigen Österreich-Aufenthaltes von auszubildenden Tischler/innen des OSZ Bautechnik mit Durchführung denkmalpflegerischer Aufgaben im ehemaligen KZ Mauthausen;
  • Denk mal an Berlin e.V. (berlinweit) – Mitfinanzierung von Workshopreihen bzw. Projektwochen im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals, entwickelt und realisiert als Kooperation von sieben bezirklicher Museen in Berlin mit jeweils einer Bildungseinrichtungen, darunter vom Pankow Museum auf dem Pfefferberg.

Im operativen Bereich wirkte die Stiftung Pfefferwerk aktiv an der Konzipierung und Durchführung der Projektwoche „Von der Bierindustrie zur Kultur/Freizeitproduktion“ mit Schüler/innen einer 9. Klasse der Kurt-Schwitters-Schule auf dem Pfefferberg mit. Ein Schwerpunkt lag darauf, auf dem Gelände verschiedene Berufe (u.a. in der Denkmalpflege) kennenzulernen und die Informationen bildnerisch aufzubereiten. Am Tag des offenen Denkmals übernahmen die Schüler/innen die Führungen der interessierten Besucher/innen auf dem Pfefferberg-Gelände.

3. Berufliche Bildung und Volksbildung

Auf Beschluss der Stiftungsgremien gehörte dieser Stiftungszweck im Berichtszeitraum wiederum ein Arbeitsschwerpunkt. Für insgesamt 23 Projekte, allesamt konzipiert und durchgeführt von gemeinnützigen Trägern, wurden Zuwendungen in Höhe von insgesamt 73.375 Euro ausgereicht.

Einen Schwerpunkt in diesem Kontext bildeten Angebote der Berufsorientierung insbesondere für benachteiligte Jugendliche. In der Trägerschaft von gemeinnützigen Vereinen an bzw. in Kooperation mit Schulen fanden statt:

  • Lange Tafel e.V. (Kreuzberg) – Mitfinanzierung des mehrmonatigen Workshopprojekts „Frauenbilder zwischen Kriegsende und Heute“ mit Schülerinnen der Ferdinand-Freiligrath-Schule;
  • Förderverein der Kurt-Löwenstein-Oberschule (Treptow/Neukölln) - Vorlaufkosten für die Etablierung eines Modellprojekts "Repair Café trifft Arbeitslehre";
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (bezirksübergreifend) - Kofinanzierungsmittel für das Patenschaftsprojekt „Ein Tag im Leben von ...“, bei dem Jugendliche an einem Tag eines Berufstätigen teilhaben;
  • Fördern durch Spielmittel e.V. (Prenzlauer Berg) – Personal- und Sachmittel zur Durchführung berufsorientierender Angebote für Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten in externen Räumen.

Darüber hinaus reichte die Stiftung Pfefferwerk 2015 an drei gemeinnützige Träger Zuschüsse für Beratungs- und Praxisprojekte der beruflichen Orientierung von zumeist benachteiligten Jugendlichen aus, die im Freizeitbereich angesiedelt waren:

  • Initiative Grenzenlos! e.V. (Moabit) – Personalmittel für berufsorientierendes Coaching im JugendTheaterBüro Berlin für Jugendliche mit Migrationshintergrund;
  • Deutsch-Armenische Initiative Berlin e.V. (Prenzlauer Berg) - Personal- und Sachkosten zur Realisierung des Projekts "Chancengleichheit durch berufliche Förderung";
  • BAUFACHFRAU Berlin e.V. (Kreuzberg) – Finanzierung des Ferienworkshops „Gemeinschaftswerk – wir bauen eine Plattform für Kreativität“ für Jugendliche und Auszubildende im Circus Schatzinsel.

Anknüpfend an den gleichnamigen, 2014 durchgeführten Wettbewerb, etablierte die Stiftung Pfefferwerk für das Schuljahr 2015/2016 ein Förderprogramm „Mit Deiner Idee geht mehr!“ In diesem Rahmen stellt sie Sachmittel für Ideen von Pankower Jugendlichen zur Mitgestaltung des Lern- und Lebensumfeldes zur Verfügung. Zuwendungen erhielten (siehe auch Umweltschutz) folgende gemeinnützige Träger:

  • GskA gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH - Sachmittel für den Einbau einer Küche in der Containereinrichtung „Klothilde“ durch die Jugendlichen;
  • Förderverein der Panke-Schule Berlin-Pankow e.V. - Sachkostenzuschuss für die Umsetzung des Projekts Klettergarten unter Beteiligung von Schüler/innen der Förderschule / Wettbewerbsbeitrag zu Mit Deiner Idee geht mehr! 2014.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Angebote zur gezielten Unterstützung von leistungsschwächeren Schüler/innen, überwiegend mit Migrationshintergrund. Die Stiftung Pfefferwerk gewährte dafür projektbezogene Zuwendungen an sechs gemeinnützige Träger:

  • Förderverein der Kurt-Löwenstein-Oberschule e.V. (Treptow/Neukölln) - Sachmittel zur Absicherung der Arbeit der temporären Lerngruppe "Rückenwind";
  • FORUM Kreuzberg e.V. (Kreuzberg) – Personal- und Sachmittel zur Weiterführung der Hausaufgabenhilfe im Schülerclub „Aladdin“;
  • Multikulturelles Jugend- und Informationszentrum e.V. (Charlottenburg) – Personal- und Sachmittel zur Weiterführung der Hausaufgabenhilfe;
  • Förderverein der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule e.V. (Prenzlauer Berg) – Personalmittel zur Durchführung einer Lerngruppe;
  • Die Lernwerkstatt - lernen und lernen lassen e.V. (Treptow) - anteilige Mietkosten und Sachmittel zur Etablierung einer Lernbegleitung für benachteiligte Jugendliche;
  • Neues Wohnen im Kiez GmbH Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Lichtenberg) – Sachkosten für die Anschaffung von Laptops in einer Jugendfreizeiteinrichtung, die sowohl für Bildungsangebote an Jugendliche in der Einrichtung und in Schulen, als auch an Mitarbeiter/innen in Maßnahmen der Arbeitsförderung genutzt werden.

Um Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Frauen, den Zugang in das Erwerbsleben zu erleichtern, stellte die Stiftung Pfefferwerk 2015 sieben gemeinnützigen Trägern Zuschüsse für Konzepte und Projekte zur Verfügung, die darauf abzielten, einen formalen Abschluss zu erwerben oder aber Kompetenzen und Kenntnisse zu verbessern:

  • WeTeK Berlin gGmbH (Wedding) – Anschubfinanzierung für die noch nicht staatlich finanzierte Erzieher/innenfachschule, an der vorwiegend Frauen mit Migrationshintergrund lernen und einen Berufsabschluss erwerben;
  • Fördern durch Spielmittel e.V. (Prenzlauer Berg) – anteilige Übernahme der Ausbildungsvergütung bei der beruflichen Ausbildung einer Benachteiligten;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Wedding) – Vorlaufkosten für die Etablierung einer Bürgerschule, die auf Chancengleichheit aller Schüler/innen ausgerichtet ist;
  • Brunnenviertel e.V. (Wedding) – Honorare und Sachkosten für eine von Bürger/innen initiierte und organisierte, als „Wissensbörse“ bezeichnete niedrigschwellige Bildungsangebote;
  • Verein zur Förderung der interkulturellen Jugendarbeit e.V. (Kreuzberg) – Mitfinanzierung des Projekts Cucula Education & Refugees Teacher;
  • Offene Tür für Menschen aus aller Welt e.V. - Honorarmittel zur Durchführung von Deutschkursen für Menschen mit Migrationshintergrund, darunter Flüchtlinge, an Standorten in Tiergarten und Wedding;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Kofinanzierung für das Projekt Klamottenfactory mit Mädchen und Frauen aus einem Flüchtlingsheim;
  • KREATIVHAUS e.V. (Mitte) – Honorare und Sachkosten für das Praktikums- und Coachingprojekt „Weiblich. Praktisch. Gesucht!“ für Migrantinnen (Umsetzung aus organisatorischen Gründen abgebrochen).

Als operative Aktivität konzipierte die Stiftung Pfefferwerk gemeinsam mit Pankower Schauspielschulen und anderen, gemeinnützigen Kooperationspartnern im Bezirk ein zweigliedriges Theaterprojekt zum Thema „Das Leben ist (k)ein Spiel“. Es fand im Rahmen der ersten Pankower Theatertage statt und führte mehr als 40 Teilnehmer/innen – Jugendliche in der Phase der Berufsorientierung, Schüler eines Förderzentrums, Schulabbrecher/innen, Migrant/innen, Schauspielstudent/innen zu vier gemischten Workshops mit abschließender Präsentation auf dem Pfefferberg zusammen.

Des Weiteren realisierte die Stiftung Pfefferwerk auch 2015 wieder mehrere Informationsveranstaltungen über Pfefferberg (Geschichte, Stiftungsmodell) und Pfefferwerk. Zu den Interessierten zählten u.a. Teilnehmer/innen an Fortbildungskursen, Gäste aus dem Ausland (u.a. Schweiz, Frankreich) und kommunale Entscheidungsträger.

4. Generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit

Den zweiten Schwerpunktbereich der Stiftungstätigkeit im Jahr 2015 bildete wie in den Vorjahren die generationsübergreifende Gemeinwesenarbeit. Die zunehmende Zahl der in Berlin ankommenden Geflüchteten spiegelte sich auch bei der Stiftung Pfefferwerk -sowohl bei den Antragstellungen als auch nachfolgend in ausgereichten Zuschüssen- deutlich wider.

4.1      Kinder- und Jugendhilfe

Die Stiftung Pfefferwerk vergab an vier gemeinnützige Träger Zuwendungen für Projekte, bei denen Jugendliche im Mittelpunkt der Arbeit standen und die im Jugendhilfe- und Freizeitbereich angesiedelt waren:

  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Pankow) - Anschubfinanzierung für die Etablierung des Jugendhilfeangebots "Multitherapeutische Tagesgruppe Grundschule";
  • Humanistischer Verband Deutschlands Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachmittel zur Ausstattung der neu zu eröffnenden Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Pasteurstraße;
  • Suppenküche Lichtenrade e.V. (Lichtenrade) – Sachkosten für die Realisierung von Aktivitäten mit Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe;
  • Wassertor 48 e.V. (Kreuzberg) – Personalmittel zur Absicherung des Projekts „ZukunftsRaum“, das auf die Beratung, Begleitung und berufliche Perspektive von benachteiligten Jugendlichen abzielt.

Im Berichtszeitraum unterstützte die Stiftung Pfefferwerk mit Zuwendungen an mehreren Standorten in der Stadt Neugründungen bzw. Kapazitätserweiterungen von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in freier, gemeinnütziger Trägerschaft, die einen besonderen konzeptionellen Schwerpunkt verfolgen:

  • Kita „KinderWunderland“ gUG (Marienfelde) – Zuschuss für die Kücheneinrichtung der im Bau befindlichen bilingualen Kita;
  • Kita Bullerbü e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachkosten für Umbauten, die zur Kapazitätserweiterung der Kita führen;
  • Kindertagesstätte Tarzan und Isolde e.V. (Neukölln) - Zuschuss zu den Investitionskosten bei der Erschließung des neuen Standortes (mit Erweiterung der Kapazität) der Waldorfkita;
  • Bildung bewegt e.V. (Friedrichshain) – Zuschuss zu den Investitionskosten bei der Erweiterung der Kapazität der bilingualen Kita „Bildungsgarten“.

4.2      Wohlfahrtspflege

Die Stiftung Pfefferwerk vergab 2015 elf Projektzuwendungen an neun gemeinnützige Träger, um damit -zumeist niedrigschwellige- Bildungs- und Beratungsangebote für Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergund zu ermöglichen bzw. zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten einen Zuschuss:

  • AYEKOO arbeit und ausbildung e.V. (Pankow/Schöneberg) – Personalmittel für das Projekt „Diversity: Career-Counselling for foreign Parents“, das die Beratung und Begleitung zugewanderter Elternteile bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg beinhaltet;
  • Über den Tellerrand kochen e.V. (Kreuzberg) - Personal- und Sachkosten für das Projekt "Über den Tellerrand quatschen", ein niedrigschwelliges Begegnungs- und Sprachlernangebot für Geflüchtete;
  • OASE Pankow e.V. (Prenzlauer Berg) - Honorarmittel zur Finanzierung von Theaterworkshops in Flüchtlingswohnheimen als niedrigschwelliges Sprachlernangebot sowie Honorarmittel zur Finanzierung eines Phonetikkurses für Migrant/innen ergänzend zu Deutschkursen;
  • publicata e.V. (Lichtenberg) – Personal – und Sachmittel sowie Betriebskosten für Angebote zur Sprachförderung, Beschäftigung und Vermittlung von Kenntnissen im handwerklichen Bereich für junge Flüchtlinge;
  • Joliba Interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V. (Kreuzberg) – Personalmittel zur Finanzierung des Projekts EXISTA zur Förderung der beruflichen Integration von Migrant/innen;
  • WeTeK Berlin gGmbH (Treptow) – Realisierung eines Filmprojekts gemeinsam mit jungen Flüchtlingen;
  • Stiftung Jona (Spandau) – Mitfinanzierung der Kosten für die Etablierung einer Vorklasse mit Kindern aus einem Flüchtlingsheim;
  • Afrique Soleil e.V. (Reinickendorf) – Personal- und Sachmittel zur Realisierung eines Workshopblocks mit dem Ziel, Weiterbildung und Integration afrikanischer Frauen in Berlin zu unterstützen;
  • Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gemeinnützige AG (Prenzlauer Berg) - Zuschuss zu den Kosten für den Ausbau von Kellerräumen in einer Flüchtlingsunterkunft sowie Erwerb von Ausstattung für Freizeitangebote, die eine Ausbildung zu Ko-Übungsleitern beinhalten.

Sechs weitere, von der Stiftung Pfefferwerk 2015 im Rahmen dieses Stiftungszwecks geförderte Projekte gemeinnütziger Träger zielten darauf ab, Angebote für benachteiligte Menschen wie Alleinerziehende, Wohnungslose, erwachsene Analphabeten oder Blinde zu unterstützen. Im Berichtszeitraum erhielten einen Zuschuss:

  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V., LV Berlin (bezirksübergreifend) – Honorarmittel für das Beratungs- und Coachingangebot „Elternzeit und Wiedereinstieg in den Beruf“;
  • Mob – Obdachlose machen mobil e.V. (Prenzlauer Berg) – Sachkostenzuschuss für die Etablierung einer neuen Notübernachtung für Wohnungslose;
  • KOPF, HAND und FUSS gemeinnützige Gesellschaft für Bildung mbH (Mitte) – Personalmittel für die Realisierung eines Studentenworkshops mit dem Ziel, eine App zur Alphabetisierung von Erwachsenen zu entwickeln;
  • GskA gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH (bezirksübergreifend) – Machbarkeitsstudie für ein Projekt OPEN CINEMA Berlin;
  • ZIK – zuhause Im Kiez gGmbH (Tiergarten) – 2. Rate der Kofinanzierung des Eigenanteils für das von Aktion Mensch geförderte Projekt zur Programmierung und Etablierung eines Bildbeschreibungsblogs für Blinde, der blinden Menschen auch einen besseren Zugang zu Bildung und Kunst ermöglichen soll;
  • Handiclapped - Kultur Barrierefrei e.V. (Pankow/berlinweit) - 1. Rate der Kofinanzierung eines Aktion-Mensch-Projekts "Handiclapped barrierefrei - inklusive Musik für Alle!"

4.3      Mildtätige Zwecke

Auf der Grundlage einer Zuwendung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e.V. bzw. seiner Stiftung reichte die Stiftung Pfefferwerk auch 2015 die Mittel aus dem Programm „KinderZukunft“ für den Bezirk Pankow aus. Insgesamt 70 Kinder aus bedürftigen Familien kamen in den Genuss einer Einzelhilfe oder eines mehrmonatigen Kinderstipendiums im Gesamtumfang von 4.126,00 Euro.

Aus eigenen Mitteln unterstützte die Stiftung Pfefferwerk vier Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen keine staatliche Unterstützung erhalten, bei der Finanzierung der Kosten für ihre berufliche Ausbildung.

Des Weiteren erhielten 13 bedürftige Kinder, Jugendliche bzw. ihre Familien jeweils einen kleinen Zuschuss bei der Finanzierung des Eigenanteils für Bildungs- und Freizeitangebote (Schulgeld, Ausbildungskosten, Teilnahme an Ferienfahrten).

5. Kultur

Projektbezogene Zuwendungen an vier gemeinnützige Träger im Stiftungszweck Kultur kamen 2015 Künstler/innengruppen zu Gute, die in verschiedenen Genres tätig sind und versuchen, im Arbeitsmarkt Kultur anzukommen:

  • FORUM Kreuzberg gemeinnütziger Verein e.V. (Kreuzberg) – Personal- und Sachmittel zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für das überwiegend aus Schauspielstudent/innen bestehende Ensemble chekh-OFF players;
  • Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH (Prenzlauer Berg) – Personal- und Sachkosten für die Realisierung des Jahresprojekts „Zusammenspiel – Kunst in der Beziehung“ in der Galerie F92 im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz;
  • KungerKiezInitiative e.V. (Treptow) – Sachmittel zur Ausstattung von Inszenierungen des KungerKiezTheaters;
  • Creative office e.V. (Friedrichshain) – Zuschuss zu den Miet- und Honorarkosten bei der Etablierung von Projekträumen sowie für Weiterbildungsangebote für Filmleute.

Im Rahmen ihrer operativen Tätigkeit konzipierte und etablierte die Stiftung Pfefferwerk mit finanzieller Unterstützung der Stiftung des PARITÄTERs in Haus 13 auf dem Pfefferberg die Veranstaltungsreihe „RESONANZEN – Internationale Klänge“. Bei den fünf, thematisch jeweils unterschiedlichen Veranstaltungen präsentierten sich insgesamt 58 Musiker/innen mit Wurzeln in 25 verschiedenen Ländern rund um den Globus. Darunter waren fünf mit aktueller Fluchterfahrung (Syrien).

Darüber hinaus arbeitete die Stiftung Pfefferwerk im Projektbeirat des Projekts „Beruflicher Ein- und Wiedereinstieg von Frauen“ mit, das die WeTeK Berlin gGmbH realisierte. Eine wichtige Zielgruppe waren Künstler/innen bzw. Frauen in kreativen Berufen. Dieses mehrjährige Projekt, das wesentlich aus dem Programm Partnerschaft – Entwicklung –Beschäftigung finanziert war, erhielt 2015 auch nochmals Kofinanzierungsmittel.

6. Völkerverständigung

Im Berichtszeitraum vergab die Stiftung Pfefferwerk im Rahmen dieses Stiftungszwecks Projektzuschüsse an drei gemeinnützige Träger:

  • Aedes Network Campus gGmbH (Prenzlauer Berg) – Personalkostenzuschuss für die Koordination des internationalen Studentenaustauschprogramms auf dem Pfefferberg;
  • Wagenburg Schwarzer Kanal e.V. (Neukölln) – Materialkostenzuschuss für das internationale FLTI-Baucamp mit mehr als 40 Teilnehmer*innen aus Deutschland und Frankreich in handwerklicher Ausbildung oder im Handwerk beschäftigt;
  • SONED e.V. (Friedrichshain) - Kofinanzierung des Bildungsprogramms "Gewusst wie! Gemeinsam nachhaltige Entwicklung reflektieren und praktizieren".

Seit November 2015 beteiligt sich die Stiftung Pfefferwerk gemeinsam mit Partnerorganisationen in Belgien und Italien an dem aus dem Programm ERASMUS+ geförderten Projekt „Minorities Education through Arts“ (META), das auf die Integration von Minderheiten durch kulturelle Bildung an Schulen abzielt.

Die Stiftung Pfefferwerk war auf der Generalversammlung von REVES im Juni in Brüssel und auf einer Konferenz zu Fragen von Sozialwirtschaft und Beschäftigung im November in Paris vertreten.

 

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